Zimmern Mit dem Motor-Dreirad fing alles an
Kathrin Kammerer, 03.02.2012 09:01 Uhr
Der elfjährige Rick Irion hat sich auf dem Motorrad einen Pokal nach dem anderen erfahren.Foto: Kammerer
Zimmern-Flözlingen - Rick Irion hält nur an, wenn ihm der Sprit ausgeht. Der elfjährige Flözlinger hat sich mit Leib und Seele dem Motorcross verschrieben und fährt von einem Sieg zum anderen. Abgehoben ist er trotzdem nicht.
Wenn Rick Irion mit Schutzanzug und Helm gesichert durch’s Gelände düst, dann fühlt sich der kleine Flözlinger so richtig wohl. Und das geht schon sein dreiviertel Leben lang so.
"Auf einem Dreirad mit Motor hab’ ich angefangen", erinnert sich der Spross. Vier Jahre alt war er damals, elf ist er heute. Ein bisschen scheint die Leidenschaft für den Motorsport auch in den Genen der Irions zu liegen, denn Vater Guido und die große Schwester Janine sind ebenfalls begeisterte Zweiradfahrer. Der Vater war es auch, der den kleinen Rick die ersten Male mit auf den Übungsparcours des Motorsportclubs (MSC) Spaichingen nahm. Schnell wurden die Trainingseinheiten intensiver, die Motorräder größer – und dann stellten sich auch schon die ersten Erfolge ein.
Im Keller des Irion’schen Hauses zeugt mittlerweile eine Regalwand voller Pokale und Medallien vom Talent des kleinen Rennfahrers. "Das Tollste war, als ich zum ersten Mal Deutscher Meister geworden bin", erinnert sich Rick. Dabei lächelt er stolz und zufrieden, aber abgehoben ist der kleine Flözlinger durch seinen Erfolg keinewegs. 2011 wurde er erneut Deutscher Meister, auch auf die drei Siege bei der Baden-Würtembergischen-Meisterschaft und den beim DJMV-Cups des ADAC ist er ziemlich stolz.
Unübersehrbar stolz auf ihren Spross ist auch Mama Andrea. Doch wenn der Sohnemann dann bei den Rennen durch’s Gelände brettert, kommt der Mutterinstinkt zum Vorschein. "Da kann ich einfach nicht zuschau’n", gibt sie zu.
Grund zur ernsthaften Besorgnis hatte sie bislang aber kaum. "Bis auf einen Unfall mit einer größeren Verletzung hatte ich immer Glück", erzählt Rick. Damals, am Ende des vergangenen Jahres, war die Saison eigentlich schon vorbei, und Rick genoss noch die letzten schneefreien Wochen Training im Freien.
Dabei stürzte er, brach sich die Schulter und musste sechs Wochen pausieren. Ob er nach diesem Erlebnis nun ein bisschen mehr Angst vor dem Fahren hat? "Nö", antwortet der Knirps wie aus der Pistole geschossen und grinst verschmitzt. Gelassen wie ein Großer ist er schon, der kleine Motorcross-Fahrer.
"Ziemlich cool" finden auch die Freunde des Flözlingers das außergewöhnliche Hobby. "Fast alle Jungs aus meiner Klasse spielen ja Fußball", sagt er, da steche die Motorrad-Leidenschaft schon raus.
Momentan hofft Rick nun vor allem auf ein baldiges Ende der eisigen Temperaturen und ein Verschwinden des Schnees. "Dann kann ich endlich wieder draußen trainieren", erklärt er.
Ein bis zweimal pro Woche will er sich dann auf seine 85 Kubik-Maschine schwingen und über die Übungsstrecken in Spaichingen und Betzweiler düsen. Und mit großem Ehrgeiz dann sicherlich auch bald dem nächsten Erfolg entgegen fahren.



