Von Miriam Kammerer Zimmern o. R. Saloondamen und Cowboys, tapfere Seebären und brave Schüler – die Zimmerner Schmotzigerwelt ist bunt und sie ist nicht untergegangen. Zwei neue Gruppen gaben ihr Debüt, und die Kneipen waren proppenvoll, zum Glück gab es noch Platz im Besen.Um halb acht ist es unruhig in der "Sonne", der "Alten Schmiede", im "Bosporus", der "Linde", im Sportheim und im Besen. Die Spannung steigt: Welche Gruppe wird als Erstes auftreten? Wie werden sie und die anderen verkleidet sein? Über wen gibt es dieses Jahr ein Narrenstückle? Über meinen Sitznachbar oder gar über mich? Und vor allem, wer steckt hinter den beiden neuen Gruppen, die bei der Hauptversammlung der Narrenzunft angekündigt wurden? Fragen, die im Laufe des Abends geklärt werden.

Bei den neuen Gruppen handelt es sich um die Waldgeister mit Sti(h)l. Den Text dieser Gruppe verfasste das Zimmerner Schmotziger Urgestein Walter Schwer persönlich. Die zweite neue Gruppe ist der Männerabend. Sie stellen eine fünfköpfige Schiffs­crew dar. Mit dabei einer, der in den vergangenen Jahren ein Abonnement auf Narrenstückle gebucht zu haben schien: Die Rede ist von Tilman Zinser, in Zimmern schlicht als Z bekannt.

Von dieser Gruppe erfährt man so einiges über männliche Kochkünste. Zum Beispiel wie Oswald Hirt versuchte, seinen Geburtstagsgästen einen Kartoffelsalat aufzutischen. Als sämtliche Gratulanten ihre Gesichter verzogen, stellte Oswald Hirt fest, dass er statt Essig Cognac in den Salat gegossen hat.

Die FFVler ankern ebenfalls als Seemänner in Zimmerns Hafen und unterhalten mit schiffseigenem Musiker das Publikum. Die neunköpfige Crew hat ebenfalls einige Narrenstückle erspäht.

So berichten sie von einer missglückten Biologiehausaufgabe. Die hilfsbereite Oma Steffi Sichert wollte ihrem Enkel unter die Arme greifen, als der im Winter Erde für seine Hausaufgabe brauchte. Weil Erde in dieser Jahreszeit für gewöhnlich gefroren ist, taute Steffi sie in der Mikrowelle auf. Das Ergebnis allerdings stank zum Himmel, vor ihnen lag aufgetauter Katzendreck.

Als schöne Mayagöttinnen sind die Männer vom Wanderverein Harmonika unterwegs. Sie erzählen von den Opfern des Weltuntergangs. Denn so manch einer habe, den Untergang förmlich vor Augen, noch einmal so richtig auf die Pauke gehauen und bereue das nun bitterlich. So etwa der Polizist Günter Kopf, alias Kopfe, der mit rasender Geschwindigkeit in eine Radarfalle fuhr und dabei mutig eine Grimasse zog.

Die Mädels machen in diesem Jahr als Saloondamen das Dorf unsicher, mit im Gepäck haben sie zwei Cowboys. Sie sinnieren mit herrlich amerikanischem Akzent über die neue Dorfmitte. Gerne hätten sie etwas mehr Leben im Dorf, ein Wild-West-Saloon wäre genau nach ihrem Geschmack.

Martin Trost geht traditionell als unterhaltsame Einmannshow durch die Wirtschaften. Diesmal beschäftigte er sich unter anderem mit der neuen Ortsmitte, wo er sich eine Wellnessoase vorstellen könnte. 20 Musiker, als Schüler verkleidet, reißen so manch einen Zuhörer mit Narrenmarsch und Fasnethits von seinem Stuhl.

Wer zu später oder früher Stunde Wirtschaft oder Besen verlässt, hat mal wieder herzhaft gelacht und sich aufs Beste amüsiert. Fasnet kann so schön sein.