Wolfach - Der Wolfacher Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Mittwoch einstimmig beschlossen, die Zuschussanträge im ELR für die Bewilligung von Investitionsbeihilfen zu stellen. Damit sollen die Voraussetzungen für den Ausbau der Breitbandversorgung geschaffen werden.Um die Förderobergrenze nicht zu überschreiten, wurden die Anträge in zwei Bereiche – die Ortsteile Kirnbach und Kinzigtal aufgeteilt. Ferner wurde vorbehaltlich der Mittelbewilligung die sofortige Auftragserteilung an die Telekom beschlossen, die als einzige ein Angebot abgegeben hatte.

"DSL 2000 soll eine Grundversorgung sicherstellen", erklärte Hauptamtsleiter Dirk Bregger. In Kirnbach wären keine Tiefbauarbeiten notwendig, weil im Bereich der Talstraße vorhandene Rohrtrassen zur Verlegung der Glasfaserleitung genutzt werden könnten. Lediglich an der Gemeindehalle wird die Straße etwa zehn Meter aufgerissen werden müssen.

Von der DSL-Technik im Kabelverzweiger werden die Breitbandverbindungen über kurze Kupferleitungen zu den Hausanschlüssen geführt, sodass DSL-Verbindungen mit bis zu 16 000 Kilobit pro Sekunde im Download realisierbar sind. Laut Bregger werden 99,5 Prozent des Kirnbacher Gebiets abgedeckt. Kritisch werde es im Bereich der "Grub" und den "Waldhäusern".

Nach dem Ausbauangebot für Kirnbach habe die Stadt Wolfach eine Wirtschaftlichkeitslücke in Höhe von 110 000 Euro abzudecken. Abzüglich eines möglichen Zuschusses des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum (ELR) von 44 000 Euro (40 Prozent) verbliebe ein Eigenanteil von knapp 66 000 Euro bei der Stadt Wolfach. Im Haushalt 2012 sind 75 000 Euro bereitgestellt. Somit verbleiben noch rund 9000 Euro zur weiteren Finanzierung 2013.

Schwieriger gestaltet sich die Lage im Ortsteil Kinzigtal. Von der Einmündung Vor Langenbach bis zum Gasthaus "Sonne" erfolgt die Glasfaserverlegung aus Kostengründen oberirdisch. Dies birgt laut Bregger zum einen die Gefahr der Störanfälligkeit, etwa bei Unwetter, und zum anderen ist teilweise Privatgelände betroffen, mit dessen Eigentümern verhandelt werden muss.

In Halbmeil ist die Situation vergleichsweise gut, da am Gasthaus "Engel" der Kabelverzweiger genutzt werden kann. Für das Gebiet Heubach wurde im Rahmen dieses Konzepts keine Lösung gefunden, weil der Ausbau hier wirtschaftlich nicht darstellbar ist. Laut Bürgermeister Gottfried Moser wird die Stadt das Gespräch mit der Kommune Schiltach suchen, an dessen Telefonnetz dieser Bereich bereits angeschlossen ist.

Nach dem Ausbauangebot für Kinzigtal hätte die Stadt Wolfach eine Wirtschaftlichkeitslücke in Höhe von rund 142 000 Euro abzudecken. Abzüglich eines avisierten vierzigprozentigen ELR- Zuschusses in Höhe von 57 000 Euro verbliebe ein Eigenanteil von 85 000 Euro bei der Stadt Wolfach. Im Haushalt 2013 wären hierfür, unter Berücksichtigung des Haushaltsrestes 2012, 80 000 Euro bereitzustellen.

Die Zweckbindungsfrist bei Inanspruchnahme von Fördermittel beträgt sieben Jahre. "Wir sollten jetzt zügig voranschreiten nach diesen vielen Diskussionen", setzte sich Bürgermeister Gottfried Moser für eine schnellstmögliche Abwicklung ein, zumal die Telekom einen Umsetzungszeitraum von einem Jahr für die Arbeiten veranschlagt.