Von Markus Adler Wolfach. 2013 wird für die Stadt Wolfach haushaltstechnisch gesehen ein gutes Jahr, weil alle positiven Faktoren zusammenwirken. Dadurch werden zwar erhebliche Investitionen in die Kinderbetreuung möglich, doch stellten sich viele Räte die Frage nach der Nachhaltigkeit, weil sich Wolfach dies eigentlich nur in "fetten Jahren" leisten kann."Der konjunkturelle Aufschwung ist bei uns angekommen", sagte Bürgermeister Gottfried Moser (Freie Wähler) in seiner Bewertung. "2013 ist ein vereinfachtes Planjahr, in dem erhebliche Investitionen möglich sind, aber wir können nicht von einem oder zwei guten Jahren ausgehen", sagte der Bürgermeister. Er lobte die Vorberatung an zwei Sitzungstagen in Klausur und stellte sich offen die Frage, wie die Stadt künftig diese zusätzlichen jährlichen Belastungen in einem erträglichen Maß halten soll.

Peter Ludwig (CDU) stimmte ihm zu: "Wenn uns zusätzliche Lasten aufgebürdet werden, muss sich an der Gesamtstruktur etwas ändern – wir brauchen mehr Zuschüsse." Helmut Schneider (Freie Wähler) ordnete das so ein: "Dieser Haushalt ist für unsere Kinder. Die U2-Betreuung kostet einfach Geld, das ist es uns auch wert. Wir können es uns aber nicht leisten, höhere Standards mit Schulden zu finanzieren, sondern müssen den Bürgern sagen, dass auf sie höhere Lasten zukommen." Hans-Joachim Haller (SPD) war das alles zu negativ: "Es wird mir diesmal zu viel gewettert. Die Bürger wollen das mit der Kinderbetreuung so, das ist ein Stück Modernität." Kordula Kovac (CDU) ergänzte: "Wir machen in unserer Stadt ein attraktives Angebot bei Kindergärten und Schulen. Nicht zu Unrecht haben wir uns bei der Beratung Zeit genommen."

Auch Kämmerer Peter Göpferich sprach das Hauptproblem der zu niedrigen Einnahmen an. Nach wie vor gelte es, die Ausgabenseite im Blick zu behalten, da die Einnahmen die Belastungen nur bei guter Wirtschaftslage ausgleichen könnten.

Zur Vorsicht riet der Kämmerer angesichts sehr optimistischer Prognosen, da 2014 für Wolfach eine umgekehrte Zuführung und außerdem eine Rücklagenentnahme anstehe.

u Verwaltungshaushalt: 12,90 Millionen Euro. u Vermögenshaushalt: 2,66 Millionen Euro. u Gesamtvolumen: 15,56 Millionen Euro. u Gewerbesteuer: 1,8 Millionen Euro. u Gemeindeanteil an der Einkommensteuer: 2,73 Millionen Euro. u Schlüsselzuweisungen: 1,481 Millionen Euro. u Personalausgaben: 3,38 Millionen Euro. u Zuführung an den Vermögenshaushalt: 1,077 Millionen Euro. u Die größten Investitionen: Anbau Katholischer Kindergarten (1,1 Millionen Euro); Stadtsanierung (832 000 Euro); DSL-Ausbau Kinzigtal (142 000 Euro); Umbau Schulküche (180 000 Euro).