Von Evelyn Jehle Wolfach. Wie sollen Schlosshof und Schlossanlagen gestaltet werden, damit sie ihren historischen Charme noch besser entfalten und möglicherweise auch als überdachter Veranstaltungsort genutzt werden können? Bürgermeister Gottfried Moser hat einen ambitionierten Zeitplan. "Ende März muss klar sein, was wir wollen. In den nächsten Monaten beschäftigt sich der Gemeinderat mit der Grundsatzentscheidung", sagte der Schultes. Dabei geht es vor allem um die Frage der möglichen Überdachung, die im Konzept verankert werden könnte.

Diese Einschätzung zur Eile teilte Martina Hanke vom städtischen Bauamt, nachdem das Regierungspräsidium definitiv signalisiert hat, dass die Stadtsanierung Ende 2016 abgeschlossen sein muss. Zudem empfiehlt sich wegen der Tunnelsperrung Anfang 2014 eine schnelle Abwicklung der Bauarbeiten, um Wolfach nicht komplett zu blockieren.

Folker Dietrich, Stadtplaner aus Freiburg, erläuterte die Gestaltungsideen des Schlosshof-Areals, die nach den Sommerferien beginnen sollen. Der Asphalt soll durch Natursteinpflaster ersetzt und durch den Bau einer Rampe soll ein barrierefreier Zugang zum Museum geschaffen werden.

Michael Kiefer, Architekt aus Radolfzell, stellte noch einmal die textile Überdachung vor, die für den Schlosshof in Frage käme. Moser betonte, dass die Stadt ein Projekt dieser Größenordnung niemals allein stemmen könne. Die Aussichten seien aber nicht schlecht, mit vernünftigen Kombinationen, Fördergelder genehmigt zu bekommen, meinte er. Laut Moser könnte die Sanierung des Bahnhofs mit dem Umbau der Schlosshalle verknüpft werden.. Diese Chancen beurteilte er als "gut".

Fragen aus der Zuhörerschaft bezogen sich auf Lebensdauer der Überdachung (textiler Teil: um die 20 Jahre, feste Konstruktion länger) und Reinigungsmöglichkeiten. "Die Überdachung ist ohne Probleme begehbar und kann bei Schneelasten von fünf Leuten gereinigt werden", antwortete Kiefer.

Gemeinderat Hans-Joachim Haller sorgte sich um die Zuverlässigkeit der Kostenschätzung. "Ich schätze die Zahlen als verlässlich ein und sehe sie eher als Obergrenze", sagte Kiefer. Ulrich Kniep, Vorsitzender des Stadtmarketing-Ausschusses, votierte für die Investition in vorbereitende Arbeiten für die Überdachung, um die Zukunft nicht zu verbauen. Reinhold Waidele, Vorsitzender des Gewerbevereins, sieht viele Veranstaltungsmöglichkeiten in einem überdachten Schlosshof. Auch Christian Oberfell, Vorsitzender des Verein "Kultur im Schloss" mochte das kühne Projekt nicht von vorne herein ablehnen und könnte sich Open-Air-Veranstaltungen oder Ausstellungen vorstellen.

Horst Polus, Geschäftsführer der Stadtkapelle Wolfach, zweifelte an der Stabilität des neuen Bodenbelags im Schlosshof , wenn für ein Konzert bestuhlt werde. Die Stadtkapelle sei im Übrigen offen für beide Optionen – Schlosshalle oder Bahnhof. Nur wolle keiner mehr hören, dass für die Stadtkapelle mit dem Bahnhof ein Millionengrab geschaffen werde. Einig waren sich Vertreter der Stadt und Vereine, dass sie die Bürger "im Boot" haben wollen.