Wolfach - "Wir haben uns mit sehr großer Mehrheit entschieden, mit der Kirche zu bauen", fasste Wolfachs Bürgermeister Gottfried Moser die Ergebnisse der nichtöffentlichen Sitzung zum Kindergartenanbau zusammen. Dass diese Entscheidung nichtöffentlich vorberaten wurde, begründete er mit dem Verhältnis zum kirchlichen Träger und den Mitarbeiterinnen.Auf die inhaltliche Debatte um den Träger, die von der SPD mit ihren fünf Anträgen losgetreten worden war, ging Moser zu diesem Zeitpunkt nicht ein. Architektin Sabine Schmider stellte den jetzigen Stand des Entwurfs für den Anbau vor: Eine gläserne Verbindung des Anbaus zum Bestandsgebäude würde 120 000 Euro zusätzlich kosten, was nicht zu finanzieren sei.

Nach kurzem Meinungsbild entschied sich der Gemeinderat dafür, den Außenbereich in den Kurgarten hineinragen zu lassen, da die Spielzone so am besten angedient werden könne. Bei der Kostenschätzung geht der Entwurf von rund 686 000 Euro aus, zu denen noch rund 155 000 Euro für die Haustechnik zu rechnen wären.

Die Planung wird nach dem Beschluss des Gemeinderats das Büro Klumpp und Partner übernehmen – darin enthalten sind die Bereiche Heizung, Sanitär und Elektro. Insgesamt geht die Planung von Kosten von etwa 1,093 Millionen Euro aus. Davon könnten rund 240 000 Euro über eine mögliche Förderung aus dem Schwerpunkt-Programm abgedeckt werden. Weitere 250 000 Euro sind an Fördermitteln aus dem Ausgleichsstock beantragt, berichtete Projektleiter Dirk Bregger. Auch die Kirche werde sich mit einem Anteil beteiligen, der jedoch noch nicht feststehe. Der städtische Anteil könnte auch noch durch Sponsoring und Spenden sinken, worauf die Stadt Wolfach ebenfalls noch Hoffnung setzt. Der notwendige städtische Mittelbedarf werde im Haushalt 2013 eingestellt, erläuterte Bregger.

Beim fünften Punkt der SPD-Anträge machten die Räte Nägel mit Köpfen: Für die Ferienbetreuung der Kindergartenkinder werden sich künftig der Städtische Kindergarten Straßburgerhof und der Katholische Kindergarten St. Laurentius so abstimmen, dass immer eine Einrichtung während der Sommerferien geöffnet bleibt. Die Schließzeiten werden in beiden Fällen jeweils drei Wochen betragen – geklärt werden muss lediglich noch, wer wann an die Reihe kommt. Wer also Bedarf an einer Betreuung hat, muss dies mit mit einer Einzelfallentscheidung beim geöffneten Kindergarten abklären – im Rahmen des dort zur Verfügung stehenden Platzes. Gibt es mehr Bewerber als freie Plätze, wird die Auswahl nach sozialen Kriterien vorgenommen, informierte Bürgermeister Gottfried Moser (Freie Wähler). Dies ist auch erst ab drei Jahren möglich, abgerechnet werden soll dieses Angebot über einen anteiligen Wochenbeitrag. Der Kindergartenausschuss kümmert sich um die Details und wird auch eine Bedarfsermittlung bei den Eltern in Auftrag geben.

Hans Heizmann von der Stadt ergänzte, dass eine begrenzte Zahl von Kindern eine seit 2008 bestehende Betreuung in Anspruch genommen habe – es geht dabei um eine Größenordnung von drei bis fünf Kindern. Auch Manfred Maurer von der SPD-Fraktion zeigte sich zufrieden und kündigte an, die Awo werde ihre Angebot an Ferienbetreuung auch auf die Pfingst- und Herbstferien ausdehnen, weil sie einen Bedarf festgestellt habe. Die anderen Schließtage stimmen die Kindergärten selbst ab.