Von Tatjana Finzel und Till Neumann

Wolfach. Marktmeister Hans Heizmann zieht eine positive Bilanz: Trübes Wetter hat beim Kuchenmarkt für "kuschelige Atmosphäre" gesorgt. Der Nikolaus beschenkte am frühen Abend viele Kinder. Der Auftritt der Stadtkapelle wurde spontan abgesagt.

Sehnsüchtig erwartet wurde, wie jedes Jahr, das Eintreffen des Nikolaus auf der Bühne vor dem Rathaus beim Wolfacher Kuchenmarkt. Wer möchte ein Gedicht aufsagen? Oder vielleicht ein Weihnachtslied singen? Einige mutige Kinder trauten sich und gaben auf der Bühne "Lasst uns froh und munter sein" zum Besten.

Nachdem der Nikolaus die Geschichte seiner Herkunft erzählt hatte, gab es "endlich" Geschenke: Viele Tüten waren vom Wolfacher Gewerbeverein mit Lebkuchen, Schokolade, Mandarinen und Nüssen gefüllt worden. Als die Kleineren versorgt waren, durften sich sogar die etwas größeren und ganz großen Kinder ihre Tüten abholen – schließlich war genug für alle da.

Die letzte Wochenziehung der Glücksgulden sorgte im Anschluss für viele "Aaahs" und "Ohhhs". Der Vorstand des Gewerbevereins, Reinhold Waidele, machte es richtig spannend: Bei jedem Gulden, den die Glücksfeen Chiara Tibaldi und Christoph Heizmann aus den Kisten zogen, hoffte jeder der Zuschauer den eigenen Namen zu hören. Mit dem Satz "Der Gewinner kommt aus Wolfach" ließ Waidele die Spannung weiter steigen. Bei der Angabe der Straße wurde es dann genauer. Der Name löste das Rätsel endlich auf. Der Hauptgewinn ging an die Wolfacherin Yvonne Risch. Sie bekam einen Reisegutschein im Wert von 200 Euro. Zudem gab es Einkaufsgutscheine in Höhe von 25, 50 und 100 Euro, die bei den 80 Mitgliedern des Gewerbevereins eingelöst werden können. Alle, die leer ausgegangen sind, tröstete Waidele: "Nächstes Jahr machen wir die Aktion wieder."

Für Marktmeister Hans Heizmann war der Tag insgesamt eine "richtig runde Sache". Der Regen, der ab 15 Uhr nicht nachlassen wollte, habe dem Markt keinen Abbruch getan. An vielen Ständen wurden zum Schutz gegen die Nässe Pavillons aufgebaut. "Das war eine richtig kuschelige Atmosphäre."

Der Markt habe wieder einmal bewiesen, dass er nicht nur Wolfacher anlockt, sondern die Besucher aus dem ganzen Umland angereist kommen. Genaue Besucherzahlen hat er keine. Aber: "Es waren fast so viele Leute wie Regentropfen", sagt Heizmann und lacht. In Gesprächen mit den einzelnen Marktbeschickern habe er viele positive Rückmeldungen bekommen. "Alles ist ziemlich entspannt über die Bühne gegangen", berichtet Heizmann.

Einziger Wermutstropfen sei, dass der Auftritt der Jugendkapelle Wolfach spontan abgesagt werden musste. Da die ganze Musikgruppe nicht auf die Bühne gepasst habe, wollte sie vor der Bühne spielen. Das sei aber wegen des Regens nicht möglich gewesen. Für das kommende Jahr bringt Heizmann die Überlegung ins Spiel, kleinere Ensembles der Jugendkapelle spielen zu lassen. "So sind wir deutlich flexibler", betont der Marktmeister.

Spontan Entscheidungen zu treffen, sei eine wichtige Kompetenz in seinem Amt. In diesem Jahr sei er jedoch vor keine größere Entscheidung gestellt worden. Dafür aber im vergangenen. "Als die Schneesturmwarnung kam, haben wir kurzerhand entschieden, den Markt früher zu beenden. "Wir wollten ja nicht, dass den Leuten die Stände um die Ohren fliegen", erinnert er sich.

Für ihn selbst war der Markttag intensiv aber auch angenehm. Seit halb fünf Uhr morgens war er auf den Beinen. Am Abend hat er sich dann noch ein Glas Wein gegönnt. Um 20.30 Uhr war für Heizmann Feierabend.

Hocherfreut über den Markttag zeigt sich der Einzelhandel: "Der Kuchenmarkt war für die Einzelhandelsgeschäfte in der Haupt- und Vorstadtstrasse der beste in den letzten Jahren", berichtet Reinhold Waidele, Vorsitzender des Wolfacher Gewerbevereins. Der Regen hat dabei zweifelsohne seinen Teil beigetragen.