Von Till Neumann

Wolfach. Die Finanzierung ist geregelt, jetzt fehlt nur noch die Umsetzung. 2013 baut die Stadt Wolfach in Zusammenarbeit mit der Telekom für die Ortsteile Kirnbach und Kinzigtal ein Basis-DSL-Netz auf. Die erste Verbindung könnte schon im Herbst stehen.

"Wir stehen voll in den Startlöchern", sagt Dirk Bregger, Hauptamtsleiter der Stadt Wolfach. Vor Weihnachten kam der Bescheid, dass mit dem Zuschuss für den DSL-Ausbau gerechnet werden kann. Jetzt wartet Bregger nur noch auf den Vertrag zur Kooperationsvereinbarung mit der Telekom. Das Unternehmen hat als einziger Interessent den Auftrag bekommen. "Ich warte täglich auf das Schreiben. Sobald der Vertrag da ist, können wir an die Feinplanung gehen", so Bregger.

Dabei geht es darum, den Zeitplan des Ausbaus festzulegen, also wann wo welche Arbeiten gemacht werden. Dafür muss insbesondere mit Grundstückseigentümern im Bereich Langenbach gesprochen werden, auf deren Gelände oberirdische Leitungen verlegt werden sollen, erklärt Bregger.

Telekom hat ein Jahr Zeit für den Ausbau

Mit der Kooperationsvereinbarung erhält der Hauptamtsleiter auch einen festen Ansprechpartner, der den Netzausbau in Wolfach von Seiten der Telekom koordinieren wird. In dem Dokument ist zudem festgelegt, dass sich das Unternehmen für mehrere Jahre verpflichtet, das Netz zu betreiben.

"Die Telekom hat ab der Unterzeichnung des Vertrags ein Jahr Zeit, um den Ausbau fertigzustellen", sagt Bregger. Er hofft aber, dass die ersten Leitungen schon früher in Betrieb genommen werden können. "In Kirnbach können wir beim Ausbau auf bestehende Telefonleitungen zurückgreifen. Ich hoffe, dass dort schon im Herbst die ersten Anschlüsse zur Verfügung stehen." Er weist jedoch darauf hin, dass die Stadt auf die Geschwindigkeit des Ausbaus keinen Einfluss hat. "Es liegt jetzt letzten Endes an der Telekom, wie schnell es geht."

Im Ortsteil Kinzigtal kann nicht auf bestehende Leitungen zurückgegriffen werden. Bregger vermutet deswegen, dass der Ausbau dort etwas länger dauern wird als in Kirnbach. Entscheidender Faktor wird der Verlauf der Gespräche mit den Grundstückseigentümern sein.

Von elementarer Bedeutung ist auch das Wetter. "Der Winter kann uns bremsen. Wenn es so wird, wie im vergangenen Jahr, werden die Arbeiten nicht vor April starten können", erläutert Bregger.

Manche Haushalte bekommen kein DSL

Mit dem Ausbau werden in den Ortsteilen Kinzigtal und Kirnbach die allermeisten Haushalte an das DSL-2000-Netz angeschlossen. Es stellt eine Grundversorgung in Sachen Surfen und Internet-Telefonie dar (siehe Infokasten). Einzelne Haushalte werden vom Ausbau aber wenig oder gar nicht profitieren. "Das DSL-Netz wird teils über bestehende Leitungen laufen, von denen einige schon etwas älter sind", sagt der Hauptamtsleiter. Dadurch könne das Signal geschwächt werden. "Als Faustregel gilt, dass in bis zu vier Kilometer Entfernung vom Verteiler eine 100-prozentige Übertragung gewährleistet wird." Je weiter die Haushalte davon entfernt seien, desto schlechter sei das Signal.

Die örtlichen Gegebenheiten spielen dabei eine große Rolle. "Wir haben hier einfach das Problem der weiten Entfernung", betont Bregger. Beim geplanten Ausbau werde das Maximale rausgeholt. Die von der EU gesetzte Obergrenze sei voll ausgereizt.

Nach einigen Jahren, in denen sich in Wolfach in Sachen Netzausbau wenig getan hat, ist Beggert froh, dass es nun endlich vorangeht. Er sieht den DSL-Anschluss aber nur als einen von mehreren Etappen. "Das ist nur ein erster Schritt. Der Hunger nach Breitband wächst. Langfristig wollen wir eine Glasfaserabdeckung in den Tälern." Damit können noch weit größere Übertragungsraten erzielt werden, als mit DSL-Verbindungen über Telefonkabel.