Von Evelyn Jehle Wolfach. Nach alter Tradition feierte die Firma Sachtleben am Samstag den Höhepunkt des bergmännischen Jahres mit dem Barbaratag. Mit Dekan Markus Ziegler aus Freudenstadt und musikalischer Begleitung von Karl Echle und Ehefrau Claudia gedachten die Bergleute ihrer Schutzpatronin in einem Gottesdienst in der Schlosskapelle.Anschließend trafen sich in der Festhalle Wolfach sowohl Belegschaft als auch Pensionäre zum Essen. Wie schon in den vergangenen Jahren stellte das "Hirschen-Team" das leckere Buffet zusammen.

Zuvor zog nach der Begrüßung durch Verwaltungsleiter Martin Baur Geschäftsführer Robert Mauerlechner Bilanz des vergangenen Jahres. Unterm Strich wird 2012 mit der anvisierten Gesamtmenge an verkauften Produkten abschließen. Vor allem die Verkaufsmengen von Flussspatkonzentraten starteten stark und lagen trotz deutlicher Abschwächung im zweiten Halbjahr klar über Plan. "Der Schwerspatmarkt hielt von Anfang an nicht, was wir uns versprochen hatten", stellte Mauerlechner fest.

Die Abschwächung auf dem Automobilmarkt, von dem der Betrieb zu einem bedeutenden Teil abhängt, bekam Sachtleben zu spüren. Sehr positiv habe sich die Absatzmenge und der Preis von Baryt als Betonzuschlag entwickelt. Besondere Herausforderungen an das Unternehmen stellte unter anderem die notwendige Sanierung der LKW-Rampe und die extreme Kälte im Februar. Im Auftrag der Gesellschafter teilte Mauerlechner mit, dass nach Prüfung des Jahresabschlusses auch alle Mitarbeiter von dem ordentlichen Geschäftsergebnis in Form von Prämienzahlungen profitieren werden.

Seit November diesen Jahres begleitet ein von den Gesellschaftern eingesetzter dreiköpfiger Aufsichtsrat die Aktivitäten von Sachtleben.

"Die wirtschaftlichen Entwicklungen im Euroraum und des chinesischen Rohstoffexportes erschweren einen Ausblick auf 2013", führte Mauerlechner aus. Fest stehe, dass bedeutende Kostensteigerungen verkraftet werden müssen. Die Kosten für Roherztransport und Strom werden kräftig nach oben gehen. "Allein die Mehrbelastung durch die Erhöhung der EEG-Umlage zur Finanzierung der Energiewende wird unsere Firma etwa 150 000 Euro kosten", informierte der Geschäftsführer. Erfreulich sei, dass der Aufsichtsrat für 2013 ein Investitionsbudget von 1,6 Millionen Euro und ein Budget für Großreparaturen der Betriebsanlagen in Höhe von einer Million Euro genehmigte.

"Wir veranstalten ja nicht nur eine Weihnachtsfeier, sondern danken in der Barbarafeier für unsere Unversehrtheit, für die wir das Unsrige dazutun", ergriff Betriebsleiter Michael Nelles das Wort. Im Herbst habe Sachtleben das Gütesiegel für Arbeitssicherheit von der Berufsgenossenschaft erhalten. Nelles besonderer Dank galt den Mitarbeitern, die mit außergewöhnlichem Engagement seit Jahren Sicherheitssysteme ausarbeiteten.

In den Ruhestand verabschiedet wurde nach fast 32 Jahren Albert Bonath, der aus gesundheitlichen Gründen den Vorarbeiterstab an Jüngere weitergab. Für 25 Jahre Betriebszugehörigkeit wurden Konrad Schmider und Michael Hilger (beide Schießhauer) geehrt. Beide Jubilare waren verhindert.

Der Künstler Alois Gscheidle und die Band "Party Kracher" unterhielten die Gäste bis tief in die Nacht – natürlich inklusive des traditionellen Bergmannslied mit Schnapsrunde um Mitternacht.