Wolfach Biesle soll seinem Namen wieder Ehre machen

Schwarzwälder-Bote, 17.07.2012 13:00 Uhr

Von Felix Bender Halbmeil. Der Beton ist getrocknet, das Becken ist dicht. Das Projekt "Flößerteich" an der Freizeitanlage Biesle in Halbmeil nimmt Gestalt an. Nach der Probebefüllung durch die Kinzigtäler Feuerwehrleute ließen es sich einige Kinder nicht nehmen, den Teich sogleich auf seine Badetauglichkeit zu überprüfen. Fazit: Test bestanden. "Nachdem wir im strömenden Regen den Beckenboden betoniert hatten, haben uns die die Feuerwehrmänner Wasser einlaufen lassen. Es ist alles gut, der Beton ist dicht", berichtet der Wolfacher Stadtrat und "Bauleiter" Ernst Lange. Der aber auch betont: "Ein Badesee wird das Ganze nicht. Das wäre schon aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht machbar."

So ist der Teich an seiner tiefsten Stelle lediglich 75 Zentimeter tief. Wasserfläche und Fassungsvermögen sind dafür mit 375 Quadratmetern beziehungsweise 200 Kubikmetern umso beeindruckender. Bemerkenswert ist auch, dass sich an dem Projekt, das seine Initiatoren als Attraktion an den Flößerpfad anbinden wollen, alle Halbmeiler Vereine beteiligen. "Jeder packt mit an, alle tragen ihren Teil dazu bei. Bis zum Abschluss des Projekts werden die Vereine etwa 450 Arbeitsstunden leisten", sagt Ernst Lange nicht ohne Stolz. Lange, der gemeinsam mit Projektleiter Josef Vetterer die Fäden in der Hand hält, hebt besonders die gute Zusammmenarbeit zwischen den Vereinen und dem Wolfacher Bauhof hervor. "Einen erheblichen Anteil am Erfolg des Projekts hat unser Baggerfahrer Leo Heizmann. Ohne ihn wäre der Teich in dieser Form wohl nicht entstanden", ergänzt Lange.

Durch das große ehrenamtliche Engagement ist es gelungen den finanziellen Aufwand so niedrig wie möglich zu halten: "Die Stadt Wolfach übernimmt mit 22 500 Euro die Hälfte der Kosten", berichtet der Stadtrat. Der Zuschuss des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord beläuft sich auf die selbe Summe. Lange sieht in der Mitarbeit der örtlichen Vereine noch einen weiteren Vorteil: "Wenn die Leute mitarbeiten, ist später die Akzeptanz in der Bevölkerung deutlich größer, als wenn die Stadt einfach einen fertigen Bau hinstellt."

Auch wenn die Anlage in Grundzügen steht, gilt es für Lange und seine Helfer bis zur geplanten Übergabe an die Öffentlichkeit im August, noch einige Detailarbeit zu erledigen. "In den Teich selbst kommen noch Seerosen und ein Schilfgürtel. Im Außenbereich säen die Imker Bienenweidesamen", zählt Ernst Lange nur einige der Arbeiten auf, die noch auf seiner Agenda stehen. Die Wege um die Anlage, die noch mit Sitzbänken versehen wird, sind noch nicht angelegt, das offene Mittelteil der Brücke, die das Gewässer quert, versehen die Arbeiter noch mit einem Lenkfloß, das Besucher später selbst steuern können. Schafe und Zwergziegen des Kleintierzuchtvereins werden in naher Zukunft rund um den Teich weiden.

"Wir haben noch einige Ideen in der Hinterhand", frohlockt Ernst Lange. "Sicher ist, dass wir alles so naturbelassen wie möglich lassen wollen. Der Flößerteich soll seinen Teil dazu beitragen, dass die Freizeitanlage Biesle seinem Namen gerecht wird."

 
 
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