
Von Lorenz Hertle
Winterlingen. Für teils ausführliche Diskussionen haben bei den Haushaltsberatungen im Gemeinderat mehrere Themen gesorgt. So ist im Etat 2012 unter anderem die Summe von 33 000 Euro für Grunderwerb für ein neues Gewerbegebiet in Harthausen vorgesehen. Dieses soll – wenn es ausgewiesen würde – bei den drei Feldkreuzen an der Verbindungsstraße nach Benzingen liegen.
Sabine Froemel von der Frauenliste stellte die Frage, warum dieses Gebiet ausgewiesen werde, wenn es zugleich leere Bauplätze in der Gemeinde gebe. Zwei Firmen hätten die Absicht geäußert in Harthausen zu bauen, und dort keinen Platz bekommen, antwortete Ortsvorsteher Augustin Pfaff. Man wolle sie ungern in andere Orte ziehen lassen: "Sie produzieren hier und zahlen hier Steuern." Man könne aber nicht für jede Firma dort ein Gewerbegebiet ausweisen, wo sie bauen wolle, erwiderte Froemel. Bürgermeister Michael Maier versuchte zu vermitteln: Es gebe ein ausgewiesenes Gewerbegebiet, aber dort seien gewerbliche Bauten nicht sinnvoll; er könne sich nicht erklären, wie es zu der Ausweisung gekommen sei. Auch sei es oft schwierig, bestehende Gewerbebrachen neu zu bebauen. Froemel scheiterte mit ihrem Antrag, die 33 000 Euro für das neue Gewerbegebiet zu streichen.
Lange hakten sich die Räte an einzelnen Posten und am Maßnahmenkatalog der Verwaltung fest, die versucht, Ausgaben einzusparen. So fragte Heiner Schuler, wofür Winterlingen 20 000 Euro Zuschuss an die Jugendmusikschule Zollernalb zahlt. Diese Summe richtet sich laut Hauptamtsleiter Ludwig Maag zum einen nach der Einwohnerzahl und zum anderen nach der Zahl der Winterlinger Schüler, die Musikunterricht der Jugendmusikschule erhalten. Eine Kostendeckung sei an sich anzustreben. "Wenn der Gemeinderat über das Thema Ausstieg aus der Jugendmusikschule diskutieren will, stellen wir genauere Zahlen zur Verfügung", so der Bürgermeister. Doch wäre die Beendigung der Mitgliedschaft erst in zwei Jahren möglich.
Die Bücherei erhält nach dem Plan weniger Geld für die Medienbeschaffung. Das liege auch daran, dass der Richtwert von zwei Medien pro Einwohner erreicht sei, erklärte Maier. Es habe sich gezeigt, dass manche Medien, wie beispielsweise Zeitschriften, wenig gefragt seien. Die Büchereileiterin Agnes Horwath und ihre Mitarbeiterinnen bekommen nun auch Aufgaben des Tourismus: Die Bücherei ist Anlaufstelle für Personen, die in Winterlingen Urlaub machen wollen.
Auch kam das Thema Verkauf von gemeindeeigenen Gebäuden und Grundstücken zur Sprache. Schuler stellte den Antrag, das marode Gebäude Friedhofstraße 20 abzubrechen und das Bauamt ein Konzept ausarbeiten zu lassen, was mit dem Areal geschehen könne. "Sehr dankbar" für diesen Antrag, der einstimmig befürwortet wurde, zeigte sich der Bürgermeister. Veräußert werden sollen auch das ehemalige Seidenfabrik-Gelände in der Lindenstraße und Brühlstraße 2 in Winterlingen.