Winterlingen Maryse ergreift ihre Chance in einer Männerdomäne

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Winterlingen. Die 18-jährige Maryse Allweier hat im Praktikum ihr Können bewiesen und eine Lehrstelle ab September als Industriemechanikerin ergattert. Sie gehört damit zum Frauenanteil in Höhe von 1,6 Prozent in der Männerdomäne der Metall- und Anlagenbauberufe.

Bei der Berufswahl steht für jugendliche Berufsstarter der Spaß an der Arbeit im Vordergrund. Dabei hat sich hinsichtlich der geschlechtstypischen Entscheidungen nicht viel geändert.

In der Schule interessierte sich Maryse eher für den typisch weiblichen Beruf der tiermedizinischen Fachangestellten. Seit Oktober vergangenen Jahres nimmt Allweier nun am "Berufspraktischen Jahr 21" bei der BBQ Berufliche Bildung gGmbH in Albstadt teil. Über diesen Weg kam sie an die Praktikumsstelle bei der Firma Fischer-Draht in Winterlingen. "Schon von klein auf haben mich auch mechanische und technische Dinge interessiert und ich bin handwerklich sehr geschickt", sagt sie. Während ihrer Schulzeit hatte sie im Rahmen des "GirlsDay" ihr Interesse an Technik entdeckt. Nach der Mittleren Reife fand sie jedoch zunächst keine Ausbildungsstelle in ihrem Wunschberuf Industriemechanikerin.

"Das lag vielleicht auch an meiner Unentschlossenheit, da ich nicht mit 100-prozentiger Sicherheit sagen konnte, dass ich mich den technischen Anforderungen gewachsen fühle." Durch die Einstiegsqualifizierung bei Fischer-Draht im Bereich Metall hatte sie die Möglichkeit, sich in den verschiedenen technischen Ausbildungsberufen und Abteilungen auszuprobieren und mit Unterstützung der Ausbilder zum passenden Beruf zu finden. "Bohren, Schrauben, Feilen, Fräsen, das macht mir viel Spaß, und auch wenn mir mal etwas daneben geht, stehen mir meine Kollegen stets hilfsbereit zur Seite. Am Anfang ist es ja auch total normal, dass nicht alles auf Anhieb klappt", erzählt Maryse. "Ich werde so behandelt wie alle Auszubildenden im Betrieb."

Personalleiter Jerome Schempp sieht in der Einstiegsqualifizierung eine sehr gute Möglichkeit, zusätzlich zu den regulären Ausbildungsplätzen einem jungen Menschen die Chance zu geben, sein Können zu zeigen und seine Fähigkeiten mit den entsprechenden Anforderungen abzugleichen. Zwischenzeitlich hat Allweier die Zusage für die Ausbildungsstelle ab September erhalten und freut sich außerordentlich darüber. Sie ist froh, den Weg über die Einstiegsqualifizierung genommen zu haben.

Durch die Teilnahme am Berufspraktischen Jahr in Kombination mit einer betrieblichen Einstiegsqualifizierung sammeln Jugendliche mit schlechtem Schulabschluss oder anderen Defiziten erste berufliche Erfahrungen und empfehlen sich für eine reguläre Ausbildung. Die Bewerber erhalten dadurch die Möglichkeit, einen Ausbildungsberuf, einen Betrieb und das Berufsleben insgesamt kennen zu lernen. Das "Berufspraktische Jahr 21" wird finanziert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, des Arbeitgeberverbands Südwestmetall sowie durch die Agentur für Arbeit und das Jobcenter. Die wissenschaftliche Begleitforschung zur Einstiegsqualifizierung zeigt, dass das ein überaus erfolgreiches Arbeitsmarktinstrument ist. Die Übergangsquote in Ausbildung wird bundesweit mit derzeit rund 65 Prozent beziffert.

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