Beim Leistungshüten mussten die Schäfer mit einer fremden Schafherde verschiedene Aufgaben meistern. Foto: Priestersbach

Schäferlauf soll Bedeutung der Tradition verdeutlichen. Herbert Schaible gewinnt Wettbewerb um Leistungshüten.

Wildberg - Das Leistungshüten hat eine lange Tradition und ist auch Bestandteil der Schäferausbildung. Beim Wildberger Schäferlauf stellten sich vier Schäfer der Herausforderung, mit einer fremden Schafherde verschiedene Aufgaben zu meistern.

Beim Leistungshüten beurteilen die Juroren vor allem die Harmonie zwischen Schäfer, Hund und Schafherde. Dabei mussten die Teilnehmer die Herde auspferchen, sie auf engem Gelände hüten oder über eine Brücke führen, wobei der Alltag des Schäfers im Zeitraffer abgebildet wurde.

Zum Schluss mussten die Schäfer die Herde wieder zurück in den Pferch führen. Am Ende fiel die Entscheidung knapp aus: Sowohl Herbert Schaible aus Dachtel als auch der Sieger von 2012, Mathias Abel aus Oberschwandorf, erhielten die Note "Sehr gut" – allerdings erreichte Schaible die höhere Punktzahl.

Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Leistungshüten auf dem Sulzer Eck. Hansjörg Wenzler, Zuchtleiter des Landesschafzuchtverbandes, erläuterte ihnen den Ablauf des Leistungshütens, wobei er froh war, dass bei der Hitze nur vier Schäfer an den Start gingen. "Die Tiere laufen bei diesen Temperaturen nicht so gut", wusste Hansjörg Wenzler. Wie der Zuchtleiter weiter mitteilte, nimmt die Schafhaltung im Rahmen der Landschaftspflege an Bedeutung zu, und deshalb sei es für die Schäfer wichtig, bei der Zersplitterung der Flurstücke auch kleine Weidegebiete fachgerecht abzuhüten und die Herden auf diese Flächen zu führen. Und so weist das Leistungshüten nicht nur einen Wettkampfcharakter auf, sondern hat auch einen praxisbezogene Hintergrund.

Allerdings ist die Schäferei weit entfernt von der Idylle, die viele hinter diesem Beruf vermuten. Wie Hansjörg Wenzler am Rande des Leistungshütens anmerkte, lebten die meisten Schäfer heute von Abschreibungen – und mit Blick auf Stundenlöhne von unter fünf Euro und Sieben-Tage-Wochen sei es kein Wunder, dass die Nachwuchssorgen in der Schäferei groß sind. Deshalb rekrutiere sich der Schäfernachwuchs fast nur noch aus Schäferfamilien.

"Die Situation ist prekär, und daher müsste die Landschaftspflege der Schäfer höher entlohnt werden", betont der Zuchtleiter. Doch auch die Verbraucher könnten die Schäfer durch den Verzehr von schmackhaftem Lammfleisch unterstützen. "Das ist hochwertiges Fleisch, das auf natürliche Weise produziert wird", unterstreicht Hansjörg Wenzler.