
Von Timo Roller Wildberg. Neben dem Engagement im Vorstand der christlichen Missionsarbeit "Kinderheime Netanja Narsapur" verbindet Fritz Schanz aus Wildberg und Pfarrer i. R. Heiko Krimmer aus Owen/Teck die Liebe zu Israel. Bei einer gemeinsamen Reise ins Heilige Land, so erzählte Schanz zu Beginn eines Vortragsabends in Wildberg, habe ihr jüdischer Reiseleiter interessiert den Bibelarbeiten Krimmers gelauscht und ihn schließlich als den "besten Rabbi, dem ich je begegnet bin" bezeichnet.
Vor etwa 100 Zuhörern im Wildberger Gemeindezentrum gelang es dem profilierten Theologen dann auch, die komplizierte politische Lage im Nahen Osten auf Grundlage der Bibel zu erörtern. Zusammen mit dem Gemeinschaftsverband "die Apis" hatte die evangelische Kirchengemeinde zum Themenabend "Israel" eingeladen.
Israel sei der Augapfel Gottes, so formuliere es der biblische Prophet Sacharja. An ihrem Verhältnis zu Israel habe man in der Vergangenheit das Schicksal mancher Völker bewerten können. "Israel – dieses Volk ist von Gott erwählt", sagte Krimmer. Das Land Israel sei nur in Verbindung mit seinem Volk fruchtbar.
Krimmer führte aus, die Juden seien das einzige Volk, das über die Jahrtausende seine Identität behalten habe: "Ohne Gott ist die Geschichte Israels nicht erklärbar." Und der Antisemitismus, der sich vom ägyptischen Pharao über die Perser und Römer bis zu den Nationalsozialisten durch die Weltgeschichte ziehe, habe seine tiefste Wurzel im Hass gegen Gott.
Im Auftreten Jesu Christi sieht der Theologe einen entscheidenden Wendepunkt in Gottes "Heilsweg" mit Israel. Doch Gott habe den Bund mit seinem Volk nicht aufgegeben – wie oft von kirchlicher Seite postuliert worden sei – sondern er habe sie nur "beiseite gestellt", um das Heil auch den nichtjüdischen Völkern zu bringen. Eine Erfüllung biblischer Prophezeiungen sieht Krimmer in der Neugründung des Staates Israel 1948: Dem äußerlich ins verheißene Land zurückgekehrten Volk fehle aber noch die innere Verbindung zu Gott.
Kritisch äußerte sich Krimmer gegenüber der UNO, die einen Großteil ihrer Resolutionen gegen Israel erlasse – das kleine Land erhalte ein Vielfaches der Aufmerksamkeit anderer Krisengebiete. Bei den Medien vermutet er in den Meldungen über Israel "einen Wahrheitsgehalt von vielleicht zehn Prozent".
Die Christen forderte Krimmer auf, regelmäßig für Israel zu beten und ihm nach Psalm 122 "Glück und Gottes Barmherzigkeit" zu wünschen.