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Von Tim Geideck
Neubulach/Wildberg-Schönbronn. Als Gastgeber der 18. Student Convention ließen die Neubulacher Square Miners die Petticoats in der Schönbronner Halle kreisen. Für den 50 Mitglieder starken Verein war dies zugleich der Auftakt für ein ereignisreiches Jahr voller Squaredance.
Was an diesem Abend sofort auffällt, wenn man in die Schönbronner Halle schaut: Die meisten Stühle sind leer, fast alle der 154 Gäste tummeln sich auf der Tanzfläche. Kein Wunder, denn männliche Squaredancer gelten als ausgesprochene Gentlemen, die einer Frau eine Aufforderung zum Tanz nicht ausschlagen dürfen. Im Regelwerk der Square Miners Neubulach heißt es sogar ganz offiziell, dass lediglich gesundheitliche Probleme oder ein bereits gegebenes Tanzversprechen für den kommenden "Tip" – wie die Squaredancer die Tanzrunden nennen – von dieser Pflicht entbinden.
"Man kommt mit unwahrscheinlich vielen Menschen zusammen, die alle das gleiche wollen", beschreibt Präsident Olaf Pfeiffer, Vorsitzender der Square Miners, die Faszination Squaredance. "Es gibt keine festen Tanzpartner. Das hilft ungemein, um Anschluss zu finden." Damit das noch besser funktioniert, greift wieder das vereinseigene Regelwerk: "Knoblauch, Zwiebeln und andere scharf riechende Gewürze sind untersagt", ebenso Alkohol und Zigaretten. Ehrensache für den Gentleman: Die Nähe zu den Frauen wird auf der Tanzfläche nicht ausgenutzt.
Klare Vorgaben herrschen auch beim Tanz selbst. Squaredance ist im Prinzip eine fortlaufende Choreografie, bei der die Tänzer zu einer großen musikalischen Bandbreite auf die Ansagen eines "Callers" reagieren. 69 solcher Tanzfiguren gibt es, die alle international standardisiert sind und stets auf Englisch angesagt werden. So kann beispielsweise ein deutscher Squaredancer problemlos überall auf der Welt mittanzen. Zugleich zeigt die Anzahl der Rufe, auch "Calls" genannt, die ein jeder Tänzer beherrscht, auf welchem Niveau er sich bewegt.
Damit Anfänger nicht auf der Strecke bleiben, haben knapp 30 Squaredance-Vereine aus Süddeutschland die Student Convention aus der Taufe gehoben, die die Square Miners Neubulach nun zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte in den Schwarzwald holten. Die Ansager beschränken sich auf 30 "Calls", zu denen die weiblichen Squaredancer dann die Petticoats kreisen lassen.
Gefordert waren die 154 Tänzer – darunter 40 Anfänger – aber auch trotz des niedrigen Niveaus: Rund acht Kilometer legte jeder auf der Tanzfläche der Schönbronner Halle im Schnitt zurück. Präsident Pfeiffer war am Ende zwar geschafft, aber auch begeistert: "Die Veranstaltung war sehr harmonisch, weil die Leute wirklich zum Tanzen kommen. Wir sind eine große Familie." Besonders dankte er dem Liederkranz Schönbronn, der die Patenschaft für die 18. Student Convention übernahm. Hauptproblem war für die Square Miners schließlich bei der Organisation des Events, eine geeignete Halle zu finden. Der Altbulacher Gemeindesaal, in dem sich der Verein jeden Mittwoch von 20 bis 22 Uhr trifft, wäre zu klein gewesen. Durch die guten Kontakte zum Liederkranz durften die Square Miners somit die Schönbronner Halle nutzen.
Zeit zum Durchatmen hat Pfeiffer jedoch nicht, denn die Organisation des nächsten großes Ereignisses wartet bereits: Am 18. August stellen sie zusammen mit den Nagold Valley Rebels einen Squaredance-Tag unter dem Motto "Nagold Open" bei der Landesgartenschau auf die Beine. Und vom 25. bis 27. Mai findet das Country-Fest in Neubulach statt.