Von Matthias Buchner Wildberg. Die neuen Busbegleiter des Wildberger Bildungszentrums haben ihre Zertifikate erhalten. Obendrein gab’s Lob von allen Seiten. Bürgermeister Ulrich Bünger würdigte das Engagement der Schüler ebenso wie Schulleiter Siegfried Schönthaler und Vertreter der Busunternehmen.Konrektorin Elke May, die das Schulbusbegleiter-Projekt am Bildungszentrum zusammen mit Lehrerin Claudia Hein-Lutz betreut, erinnerte daran, dass man in Wildberg Pionierarbeit für den Kreis Calw geleistet hat, als Horst Herrmann vom Polizeiposten Wildberg das Modell im Jahr 2006 aus Ravensburg in den Kreis Calw importierte. Seither hätten die Schulbusbegleiter ihre eigene Erfolgsgeschichte geschrieben.

"Ihr macht das klasse", attestierte Bürgermeister Ulrich Bünger den 25 Mädchen und Jungs, die in diesem Schuljahr darauf achten, dass in den Schulbussen alles seinen geregelten Gang geht. Die Schule sei nicht nur ein Lernort, sondern auch Lebensraum, und den gelte es zu gestalten. Dazu seien gewisse Regeln notwendig, führte der Schultes weiter aus. Dabei seien die Busbegleiter für ihre Mitschüler Ansprechpartner auf Augenhöhe: "Ihr könnt das viel besser rüberbringen als ein Erwachsener." Außerdem verwies Bünger darauf, dass sich ein Zertifikat über eine ehrenamtliche Tätigkeit wie die eines Busbegleiters in jeder Bewerbungsmappe gut macht.

Laut Gisela Volz, Geschäftsführerin der Verkehrsgesellschaft Bäderkreis Calw (VGC), kann das Engagement der Schulbusbegleiter gar nicht hoch genug eingeschätzt werden: "Die Busfahrer haben schon genug damit zu tun, auf den Verkehr zu achten, ohne auch noch im Bus für Ordnung sorgen zu müssen." Ihr würden auf Anhieb etliche Schulen im Kreis Calw einfallen, die ein solches Modell gut brauchen könnten.

Die Schülerbeförderung sei ein komplexes, äußerst empfindliches System, erläuterte Bildungszentrums-Chef Siegfried Schönthaler. Die Schulbusbegleiter trügen nachhaltig zu dessen Stabilität bei. Vor Einführung des Projekts habe es im Zusammenhang mit den Schulbusfahrten rund zehn Beschwerden pro Woche gegeben. "Derzeit geht das gegen Null", rechnete Schönthaler vor, dass der Erfolg ganz einfach an Zahlen festgemacht werden kann. Sein Dank galt aber auch Elke May und Claudia Hein-Lutz, die viel Kraft und Energie in das Projekt gesteckt hätten.

Elke May: "Mädchensind klar inder Überzahl"

Arno Ayasse, Geschäftsführer von Verkehrsbetriebe Nagoldtal und Busverkehr Nordschwarzwald (VBN/BVN), erklärte, er habe das Schulbusbegleiter-Modell in Wildberg kennen und schätzen gelernt. Als Anerkennung für das Engagement der Schüler sei geplant, sie in den Kletterpark nach Nagold einzuladen.

Elke May ergänzte, dass das gesamte Projekt von der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten – Schule, Verkehrsunternehmen und Polizei – lebe. Letztere habe die Schulung der Busbegleiter übernommen. Da Horst Herrmann heuer verhindert war, habe Erhard Schulz ihn vertreten. Bei den Schulbusbegleitern handle es sich um Acht-, Neunt- und Zehntklässler sowohl der Real- als auch der Hauptschule, "wobei die Mädchen klar in der Überzahl sind".

Die Busbegleiter-Sprecherinnen Nathalie Kraft und Natalie Lutz überreichten Arno Ayasse und Jörg Dettling von VBN/BVN ein Gemälde, das seinen Platz in der neuen Firmenzentrale finden soll, die Ende nächstes Jahr im Nagolder ING-Park fertiggestellt werden soll.

Assistiert von Bürgermeister Bünger und Claudia Hein-Lutz händigte Arno Ayasse den 25 Jungs und Mädchen ihre Zertifikate und Ausweise aus. Musikalisch umrahmt wurde die kleine Feierstunde im Bürgersaal des Rathauses von einer Percussiongruppe der Klasse 6b und der Schulband.