
Von Tim Geideck
Wildberg. Zu kurze Grünphase, zu kurze Linksabbiegerspur – die neue Ampel an der B463 ist nicht nur ein Ärgernis für Autofahrer, sondern längst auch Stadtgespräch. Da wundert es nicht, dass eine Diskussion über die vom Landratsamt so vehement verteidigte "Lichtsignalanlage" im Gemeinderat nicht lange auf sich warten ließ.
"Ich bin ein Befürworter dieser Ampel, aber ich stelle auch fest, dass sie nicht optimal programmiert ist", brachte CDU-Rat Albert Braun das Thema im öffentlichen Teil der Sitzung am Donnerstag zur Sprache. Er kritisierte insbesondere die zu kurze Grünphase für Autofahrer, die aus Richtung Gültlingen kommend links nach Wildberg abbiegen wollen. Dem Landratsamt empfahl er, Anschauungsunterricht im Süden des Kreises zu nehmen: "Wenn sie das nicht kapieren, dann sollen sie sich mal nach Nagold stellen, wo’s nach Mötzingen rauf geht." Dort sei die Ampel ideal programmiert. Während Eberhard Furthmüller (CDU) dazu riet, die Anlage ab 20.30 Uhr abzuschalten, mahnte Horst Aichele (Freie Wähler): "Mit dieser Ampel haben wir ein weiteres Unfallrisiko geschaffen." Gerade für auswärtige Autofahrer sei die kurze Linksabbiegerspur viel zu schlecht zu erkennen. "Uns war doch klar, dass wir die optimale Lösung nicht kriegen", sprach CDU-Rat Gerhard Ostertag etwas trotzig den von vielen favorisierten Kreisverkehr an, der an dieser Kreuzung aufgrund des Platzmangels nicht realisiert werden konnte. Nachbessern müsse man nun, indem man die Einmündung Richtung Gültlingen (L357) zugunsten einer längeren Linksabbiegerspur leicht verbreiterte. Ostertag bat die Stadtverwaltung zu prüfen, "ob wir auf der Märchenwald-Seite einen Meter kriegen können".
Aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtete Bürgermeister Ulrich Bünger die Ampeldiskussion und gab den Autofahrern eine Mitschuld: "Es ist manchmal auch das Fahrverhalten."