
Von Ralf Deckert Freiburg. Als größter Mitgliedsbetrieb und Beitragszahler hat der Badische Winzerkeller (BWK) in Breisach zum Jahresende 2012 seinen Austritt aus der gemeinsamen Weinwerbung durch die Badischer Wein GmbH in Karlsruhe beschlossen.
Werbeleiter Henning Johanßen spricht von einem schweren, aber notwendigen Schritt. Bisher habe man sich zur badischen Weinwerbung bekannt, so Johanßen. Doch damit soll nun – zumindest in der gegebenen Form – Schluss sein. BWK-Vertriebsvorstand Axel Hahn: "Generell zwingen uns die verschärfte Marktsituation und stark steigender Kostendruck dazu, Ressourcen effizienter einzusetzen." Es fehle an "badischer Solidarität" unter den Winzern. Die "Badischer Wein GmbH" werde künftig nur noch etwas mehr als ein Drittel der Winzergenossenschaften, Kellereien und Weingüter im Badischen Weinbauverband als zahlende Mitglieder haben und weniger als 60 Prozent der badischen Rebflächen repräsentieren. Für den BWK, der derzeit etwa die Hälfte der Beiträge zur Weinwerbung zahlt, ist das laut Johanßen eine "unakzeptable Situation". Man müsse sich nun auf der Suche nach neuen Konzepten neu zusammenraufen.
Mit dieser Haltung stößt der BWK beim Badischen Weinbauverband und dessen Präsidenten Kilian Schneider auf Unverständnis: Ohne die großen Betriebe und deren Bereitschaft zu finanzieller Verantwortung könne man kaum beim kleinen Weingut für dessen Unterstützung für die Sache argumentieren. 3 Cent pro Liter zahlen die Betriebe an die Weinwerbung. Bei kleinen Mitgliedern ist das zu wenig, um gemeinsam etwas auf die Beine stellen zu können.