
Waldachtal-Tumlingen - "D’Mauldäschle vu Durchhausa" haben am Samstagabend auf Einladung des Männergesangvereins "Harmonie" Tumlingen-Hörschweiler Waldachtal besucht und wirbelten den Flecken ordentlich durcheinander.
"Danach wird nichts mehr so sein, wie es einmal war", versprach Peter Fröhlich bei der Anmoderation den vielen Besuchern im voll besetzten Gemeindesaal. Fröhlich war es auch, der die fünf Damen, die aus der Trossinger Gegend kommen, nach Tumlingen lockte. 101 E-Mails waren notwendig, bis die Veranstaltung stand, verriet Mitmoderator Hartmut Romann noch vor Beginn der Vorstellung.
Beim Auftritt von "Grachmusikoff" reichte eine einzige Mail, gab es noch den Vergleich zwischen Frauen- und Männergruppe, bevor die Strahlen der Scheinwerfer "D’Mauldäschle" aus dem völlig abgedunkelten Saal ins Rampenlicht holten.
Um ja von vorneweg erst gar keine Unklarheiten aufkommen zu lassen, wählten die fünf Damen als Eröffnungssong auch gleich das Muppet-Show-Thema und sangen hüftschwingend "Schmeißt euch in Frack und Fummel – jetzt geht sie los, die Super-Maultäschle-Show".
Was folgte, hatte wirklich viel mit "Maul" und Täschle" zu tun. So wie bei jeder anständigen Maultasche kommt es hier auch auf den Inhalt an und die fünf Damen auf der Bühne wussten genau, was dem Publikum schmeckt. Sexuelle Anspielungen in kleinen, wohldosierten Portionen, Sticheleien gegen Männer, Beispiele aus der Gedankenwelt von Frauen und bekannte Songs mit Liedtexten der besonderen Art verschmolzen zur perfekten Mischung. Und dazwischen immer wieder szenische Beobachtungen aus dem Zusammenleben zwischen Mann und Frau. Vorgetragen im schwäbisch-alemannischen Dialekt mit viel "Maul" und recht bittersüßer Ironie. Dies ist der Stoff, aus dem die Lacher sind und jeder im Saal erkannte sich in der einen oder anderen Szene wieder. Das Leben schreibt einfach die lustigsten Drehbücher und wenn es dann so grandios komisch wie von Frau Sössle, Peterle, Schmelzle und Zwiebel sowie von Madame Brué umgesetzt wird, dann ist beste Unterhaltung garantiert.
Ihre Schönheitstipps waren jederzeit umsetzbar. So macht Frau Zwiebel beispielsweise gleich zwei Diäten auf einmal. "Von einer wirscht joh net satt". Auch ihr Song: "Probiers mal mit Gemüsebrei, Gelberüben, Salat und Bioei" endet mit der tröstlichen Erkenntnis: "du bischt zwar a wengele rund, dafür kannst du Spätzle mache und bischt gesund".
Das Thema "D’Mauldäschle ond die Männer" war dann so ganz nach dem Geschmack der Damen im Saal. MMM – Mauldäschle möget Männer – war das Fazit, denn die Herrn der Schöpfung kann man zu allerhand gebrauchen. Nur zu was, das fiel den Damen auf der Bühne partout nicht ein. Dabei sind Männer doch "hoorig, hongrig, liebenswert und manchmal wie a Kind" hieß es im zugehörigen Liedtext. Sehr lebensnah auch der Dialog zwischen Mann und Frau, der sich nach wenigen Sätzen in einen Monolog der Frau verwandelte und in eine nicht mehr enden wollende Schimpftirade ausuferte.
Mit Wortwitz, Hausmannskost und bekanntem Liedgut verzauberten "d’Mauldäschle vu Durchhausa" das Tumlinger Publikum. Da erklang das berühmte "Only You" als "Fette Kuha" und Paul McCartneys "Yesterday" wurde in "Veschberzeit" umgetexte. Ein Song, bei dem der Mann nur noch sieht, was "uff selem Vesperbrettle leigt."
Es war ein toller Event, der bewies, dass gut gemachtes Kabarett ankommt und so ein Garant für volle Hallen ist.