Von Karl Hackstock

Waldachtal-Cresbach. Mit raumfüllendem Klang eröffnete ein Dutzend Bläser die Advents- und Weihnachtsfeier des Seniorenkreises des VfB Cresbach/Waldachtal.

"Wir sagen euch an den lieben Advent" war die erste einer Reihe weihnachtlicher Melodien, die der (Senioren)-Posaunenchor in der Vereinshalle erschallen ließ.

Peter Schroth gab jeweils den Einsatz für die Musiker, die aus verschiedenen Orten des Kirchenbezirks Freudenstadt kommen.

Nachdem die neue Leiterin des Seniorenkreises, Gerlinde Bunzheim, die rund 50 Gäste begrüßt und man auch der Verstorbenen gedacht hatte, fand man bei Kaffee, Butterbrezeln und Kuchen Gelegenheit zum Plausch.

Das Lied "Tochter Zion" nahm Pfarrer Markus Arnold als Ausgangspunkt für sein geistliches Wort. Die bekannte Melodie wurde von Georg Friedrich Händel in London als Kriegsgesang komponiert und mit einem dazu passenden Triumphtext versehen. Erst 70 Jahre später entstand der heute gängige Liedtext, der einen König besingt, dem Siegesgeschrei und Waffengewalt fremd sind. Dass wir diesen Friedensfürst brauchen, würde spätestens dann klar, wenn schlimme Dinge wie Tod oder Drogenabhängigkeit des eigenen Kindes oder schwere Krankheiten uns zu schaffen machten. Wir müssten lernen, Gutes zu sehen, das mit Jesus in diese Welt kam.

Bürgermeister Heinz Hornberger beleuchtete den Wandel im Zusammenleben der Menschen. Als es noch keine motorisierten Fortbewegungsmittel und elektronische Medien gab, bestritten die Dorfbewohner ihr Leben noch miteinander. Der Einsatz des Einzelnen für die Gemeinschaft sei heute selten geworden.

Als positive Beispiele nannte er den verstorbenen Cresbacher Ortsvorsteher Günter Geiger sowie die Anwesenden Heidi Kugler und Gerlinde Bunzheim. Wichtig für Alte und Kranke sei nicht das Jammern, sondern das Zusammensitzen. Mit einer chinesischen Weisheit beendete das Gemeindeoberhaupt seine Ausführungen: "Der wichtigste Mensch im Leben ist immer der, der dir gerade gegenübersteht."

Der Vorsitzende des VfB Cresbach/Waldachtal, Klaus Ziefle, überbrachte die Grüße des Haupt- und des Fördervereins. Letzterer hatte ja zu Feier eingeladen und übernahm auch deren Kosten. Beispiele für die Hektik in der Vorweih-nachtszeit und deren Reduzierungsmöglichkeiten zeigte der Vereinschef auf, bevor er den Senioren mit ihrer neuen Leiterin, dem Senioren-Team und der Leiterin der Seniorengymnastik, Elisabeth Bernhard, für ihre Tätigkeit dankte.

Ursula Schittenhelm erfreute die Gäste mit dem Gedicht "Sankt Niklas zieht den Schlafrock aus".

Anschließend erzählte Pfarrer i.R. Fritz Stolz noch den Anfang einer Geschichte, die im letzten Weltkriegsjahr am Niederrhein spielte. Der polnische Waise Heinrich kommt als Kellnerlehrling zur verbitterten und schroffen Wirtin Schmidt. Wie diese ihr Verhalten dem Lehrling gegenüber an Weihnachten positiv veränderte, las der Cresbacher Geistliche dann vor.

Nachdem Gerlinde Bunzheim einen Rückblick auf die Seniorenveranstaltungen des ablaufenden und einen kurzen Ausblick auf die Künftigen gegeben hatte, dankte Cresbachs Ortsvorsteher Heinz-Otto Renz den Senioren für ihr Engagement in Familie, Gemeinde und sozialen Einrichtungen.