
Von Rul Jetter Waldachtal-Lützenhardt. In loser und zwangloser Form kommen Mitglieder und Gäste zusammen: Der "Englishspeaking Circle Starzach and Landkreise Freudenstadt, Rottweil, Tübingen & Zollernalb" machte Station in der "Alten Post" in Lützenhardt. Und das wirkte sich gleich aus. Zwei Teilnehmer kamen prompt aus Waldachtal, aus dem Ortsteil Salzstetten, darunter Simone Czempik vom Touristik-Büro. Auch aus der nahen Umgebung des Landkreises kamen Interessenten: Aus Dornstetten, Glatten, Alpirsbach. Alle 14 Tage trifft sich irgendwo in den Landkreisen Freudenstadt, Rottweil, Tübingen oder im Zollernalbkreis ein gutes Dutzend Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Manche haben die ganze Welt gesehen, andere verbrachten Jahrzehnte in Afrika oder haben Straßen in Kanada gebaut. Oder sie lebten in Großbritannien. Wieder andere reisen einfach viel rund um den Globus.
In Liebe zur englischen Sprache vereint
Auch Politiker gesellen sich gerne einmal dazu. "Es gibt Stammleute, aber es kommen auch immer wieder neue",erklärte eine Dame aus Alpirsbach. Die Menschen, die da zusammenkommen, eint ihre Liebe zur englischen Sprache. Kevin MacInerney-May, der jetzt in Starzach-Wachendorf ansässig ist, vereint die Menschen mit dem Interesse an Englisch.
1931 wurde er im englischen Croydon, etwas südlich von London, geboren. Nach dem Krieg arbeitete er im National Health Service, dem staatlichen Gesundheitssystem des Königreichs. Später war er Büroleiter in der Industrie, unter anderem beim internationalen Konzern Electrical and Musical Industries (EMI), und verwaltete Hotels. Der 80-Jährige ist ein Macher, ein umtriebiger Mensch mit vielen Interessen. MacInerney-May liebt die Musik, spielt selbst Klavier, und ist sehr belesen. Weil er noch einmal studieren und die großen deutschen Philosophen im Original lesen wollte, kam er 1971 nach Deutschland. Zwei Jahre hatte er ursprünglich eingeplant, um die deutsche Sprache besser zu lernen.
Doch schon bald unterrichtete er selbst Englisch in Stuttgart. Bei einem der ersten Kurse lernte MacInerney-May seine spätere Frau kennen. Er beschloss, in Deutschland zu bleiben und sich Arbeit zu suchen. Die fand er als Sicherheitsbeauftragter bei der Deutschen Bank, wo er internationale Zahlungen prüfte. Aus der Ehe gingen zwei Kinder und mittlerweile auch drei Enkelkinder hervor.
Nach dem Ruhestand, der mit 60 Jahren begann, blieb MacInerney-May aktiv. Vor 18 Jahren gründete er mit sieben anderen den "English Speaking Circle". Hier treffen sich in "guter, freundlicher Atmosphäre" regelmäßig Menschen, die Englisch sprechen oder es verbessern wollen. Niemand hat das Gefühl "ich kann ja nichts", verlautet von einer Teilnehmerin. Man kann also auch "nur mit Schulenglisch" erscheinen. "Kevin kann reizend verbessern", so die Teilnehmer. Auch steht auf der Habenseite, dass man interessante Leute kennen lerne und "das Englisch geht nicht verloren".
MacInerney-May ist inzwischen Ehren-Präsident des "Circle", ab 2012 ist Dirk Eickenhorst aus Rangendingen der neue Vorsitzende. Denn trotz aller Zwanglosigkeit gibt es "Principles & Rules", also gewissen Regeln im Rahmen einer Satzung. So auch, dass der Circle keine Kurse veranstaltet. Das will man den Volkshochschulen und anderen Stellen überlassen.
Die nächste Zusammenkunft im Landkreis Freudenstadt ist am Freitag, 24. Februar, in Dornstetten im Hotel-Restaurant Sonneneck. Als Freund der englischen Sprache ist man jederzeit willkommen.
Weitere Informationen: www.englishspeaking-circle.de