
Von Jürgen Baiker
Waldachtal-Tumlingen. Bei fischer traf sich die technische Elite, hatte fischer doch zum fünften Expertenforum eingeladen. Nahezu 100 Diplom-Ingenieure von Ingenieur- und Architektenbüros und auch Professoren von Universitäten waren der Einladung gefolgt.Zwei Tages standen für einen Gedankenaustausch zu hochtechnischen Gegebenheiten und Fragen zur Verfügung, aber es gab auch hochkarätige Vorträge zu hören.
Hans-Norbert Topp, Sprecher des fischer-Vorstandes im Bereich Befestigungssysteme, begrüßte in Vertretung von Jörg Klaus Fischer, der erkrankt war: "Wir leben in einer Zukunft, in der die Zyklen der Wirtschaft immer kürzer werden. Wir müssen mit der Globalisierung der Wirtschaft umgehen können." Wachstumsperspektiven gebe es in Asien, in Amerika und Osteuropa. Die Bautätigkeitwachse dort sehr stark. Die Zusammenarbeit der Forschung mit der Praxis und der Austausch mit den Hochschulen seien sehr wichtig, so Topp. Einen großen Raum nehme das nachhaltige Bauen ein. Tunnelbauten seien heute ein Schwerpunkt, der den Einsatz von viel Wissen und Können erfordere.
Die Moderation der Vorträge übernahm Professor Konrad Bergmeister, Präsident des Deutschen Instituts für Bauen und Umwelt. Mit viel Spannung wartete man auf einen Vortrag von Professor Werner Sobek, der sehr engagiert und mit viel Herzblut Skizzen für die Zukunft aufzeigte.
Sobek, Leiter des Instituts für Leichtbau, Entwerfen und Konstruieren an der Universität Stuttgart, hat ein Ingenieurbüro mit 200 Mitarbeitern und ist auf der ganzen Welt vertreten, unter anderem in Dubai. 35 Assistenten arbeiten ihm zu. Seine Skizzen seien Anregungen und Hinweise, wo man weitermachen könne, so Sobek. Zum Thema Nachhaltigkeitsaspekt stellte er fest, dass man den Verkehr nicht mehr außer acht lassen dürfe. Wenn man von Bauwesen spreche, dann müsse man auch über die Urbanität sprechen. Fragen der Wohnqualität und Ressourcen – heute sei man dazu noch nicht in der Lage, die richtigen Antworten zu geben. Zum Thema Ölverbrauch erklärte er: In Europa sei die Verbrauchsteigerung moderat. Die Hälfte des Erdöls sei verbraucht. Wenn man von sieben Milliarden ausgehe, reiche der Erdölvorrat nur noch 20 Jahre, so seine Prognose. Auch die neu entdeckten Erdölvorkommen würden dies kaum verändern. Den Irak-Krieg bezeichnete er als reinen Verteilkampf um Erdöl. Auch im Bauwesen müsse man sich fragen, welche Ressourcen noch zur Verfügung stehen.
Sobek wurde noch deutlicher: Es gehe nicht um den Verbrauch von weniger Erdöl und um geringere Emissionen. Es gehe um das Ziel "Null-Verbrauch und Null-Emissionen".
Sobek stellte noch zwei Altare vor, die er für Papst Benedikt XVI. entworfen hatte, so auch der in Freiburg beim Deutschlandbesuch des Papstes. Hier wurde ein 100-prozentiges Recycling erreicht, so wurde aus der Stoffbespannung 4000 Taschen hergestellt und verkauft.