
Waldachtal/Pfalzgrafenweiler. Die Sehnsucht nach der großen weiten Welt ist es, was der Vater von vier Kindern in sich trägt. Marokko bezeichnet Weltenbummler Walter Schäuffele als "gastfreundlichstes Land", nicht zuletzt, weil seine Frau Farida dort ihre Wurzeln hat. Abenteuerlust ist es, die den 51-Jährigen antreibt, Urvölker aufzusuchen. So sammelte er Spenden, um Pygmäen in ihrem Existenzkampf im Kongo zu unterstützen. Für die kleinwüchsigen Menschen im Dorf Bikoro konnte er 2006 etwas Land kaufen: Der Kaufpreis für zehn Hektar Land betrug 350 Dollar und zwei Fahrräder.
Andere frönen dem Ballermann-Kult, Walter Schäuffele dagegen wählt Länder, wo noch wenige hingekommen sind: "Ich war noch nicht einmal auf Mallorca oder den Kanaren, wo fast jeder Deutsche schon war."
Mit seiner Frau Farida wählte er 2010 Vietnam und Kambodscha als Fernziele für seine Silber-Hochzeitsreise. "Ein absoluter Traum." Bücher von Peter Scholl-Latour und Lesestoff über den Vietnam-Krieg der Amerikaner animierten ihn, sich auf Entdeckungsreise zu machen. "Mittlerweile sind das mit die sichersten Reiseländer. Freundlich sind die Menschen, vor allem in Kambodscha." Niedergemetzelt von den Roten Khmer wurden 1975 bis 1979 etwa zwei Millionen Menschen. Walter und Farida Schäuffele besichtigten die geschichtsträchtigen Stätten und Museen.
"Pogrome wie in Auschwitz interessieren mich. Wenn man das Lager sieht, die Brillen und Kleidungsstücke – das hat mich schon bewegt." Schockiert sah er den Film "Killing fields". Er fragt sich immer wieder: "Wie kann es sein, dass das eigene Volk so niedergeschlachtet wird?"
In den vergangenen fünf Jahren reihte er weitere Länder in seine Sammlung ein: Irland und Katar (2010), Südafrika und Namibia (2009) sowie Tunesien (2007). Darüber hinaus verteilte er im Jahr 2008 auf seiner Armenien-Reise mit "Campus für Christus" Hilfsgüter an Familien, die in Vanadsor und Eriwan in Containern leben. "Armenien war die erste christliche Nation der Welt. Die Gastfreundschaft war großartig. Heute noch habe ich Kontakte." In Südafrika tourte er auf der Garden Route zusammen mit Sarah und Rouben Seeger aus Dornstetten, der dort seinen Zivildienst in einer christlichen Mission leistete. Auf eigne Faust unternahm er eine Safari: "Beim Fotografieren eines großen Elefanten mussten wir die Flucht ergreifen, weil er direkt auf uns zu kam."
Sein Land Nummer 80, Namibia, hat ihn als ehemalige deutsche Kolonie begeistert. Überall ist er auf deutsche Ortsnamen und Bezeichnungen gestoßen. Er traf viele Deutsche und hörte im deutschen Radiosender das vertraute Heino-Lied "Blau, blau blüht der Enzian".
Ganz oben auf seinen nächsten Wunsch-Zielen stehen Sambia, Simbabwe und Botsuana. Sein Lebenstraum ist es, 100 Länder "einzusammeln".