Waldachtal Oldtimer-Freunde zeigen Herz für Kinder
Schwarzwälder-Bote, 19.08.2012 21:09 UhrVon Walter Maier Waldachtal-Salzstetten Ein Herz für Kinder zeigten die "Freunde alter Fahrzeuge Waldachtal". Sie stellten ihre tuckernden Oldtimer-Traktoren zur Verfügung, um 41 Kindern und Jugendlichen in ihren Schulferien Fahrspaß auf vier Rädern zu ermöglichen. Auch vier Erwachsene, darunter die beiden 76-jährigen Josef Klink und Josef Ruf, ließen sich vom Fahrvergnügen anstecken.
"Feuer und Flamme" waren die 45 Starter, wie Michael Schulz bestätigte. Bravourös meisterten die Teilnehmer den Parcours mit Gras-Straßen bei der Kapfenhalde-Forsthütte. Unter die Zuschauer mischte sich auch Ur-Veteran Georg "Schorsch" Ziegler von der Mönchhofsägemühle.
Voller Begeisterung lenkten die Kinder die Traktoren über den Rundkurs und entwickelten Gefühl für ein Fahrzeug. Chef-Organisator Wolfgang Reichart meinte, nur bei den Kurvenfahrten habe es manchmal mit der Koordination zwischen Lenken und Gas geben gehapert. Weitgehend klappte das Bremsen an den Stoppstellen. Nur die Kleineren hatten Mühe, die Pedale mit den Füßen zu erreichen. Selbst ein zweijähriges Kind durfte auf dem Schoss der Eltern mal einen Schlepper "steuern".
Neben Wolfgang Reichart mit seinen fünf Schmuckstücken der Landtechnik wurden weitere vier zur Verfügung gestellt. So präsentierten die "Freunde alter Fahrzeuge" eine ganze Palette von Oldtimern, vom Elf-PS-Holder von Horst Bürkle bis zum stärksten, dem 35 PS Eicher von Wolfgang Reichart.
Als Begleitpersonen beim Traktorfahren machten sich – gut von Sonnenschirmen über den Traktoren geschützt – Horst Bürkle, Thomas Brezing, Kurt Geiger, Martin Hoberg, Michael Kaupp, Jürgen und Wolfgang Reichart, Walter Saier und Michael Schulz nützlich.
Dank des Engagements des Salzstetter Polizei-Hauptmeisters Bernd Spohn war die Verkehrserziehung zum fünften Mal in das Kindersommerferienprogramm mit eingebunden. Denn: Der Veranstalter wollte verkehrsgerechtes Verhalten. Spohn nahm gruppenweise die Einweisung in Schilder- und Verkehrskunde vor. Respekt zeigten die Kinder vor dem "Freund und Helfer" in Uniform. "Die jungen Traktorfahrer sollen nicht blindlings Gas geben, sondern kennen lernen, wie es im Straßenverkehr zugeht", erklärte der 52-Jährige. Besonders aufmerksam sein mussten sie an den Zebrastreifen.
Einblicke in Ausstattung und Material ihres neuen Einsatzfahrzeuges gewährten sechs Aktive des DRK Waldachtal, die mit den Kindern Unfallsituationen simulierten. Cityrollerfahrer Bär "Ted" stürzte. Gern versorgten die Kleinen dessen leichte Verletzungen. Für ihre Erste-Hilfe-Maßnahmen einschließlich der gut funktionierenden Notruf-Alarmierung wurden sie mit Geschenken belohnt. Thorsten und Tamara Rumpelt und ihre DRK-Kameraden arbeiteten mit interessierten Kindern und staunten, was diese schon alles wussten.
Eigens aus Pforzheim-Huchenfeld war der gebürtige Berliner Manfred Geist angereist und hatte die Anmeldestelle übernommen. Bei ihm durften sich die Kids Chips und guten Rat holen. Geist ist "Vater eines Systems", Kinder spielerisch an ernsthaftes und verkehrsgerechtes Verhalten heranzuführen.
Der Andrang von Besuchern war so groß, dass es bald zu einem Verpflegungs-Engpass kam. Obwohl alle Kinder fünf Mal den Parcours durchfahren durften, gab es etliche, die nicht mehr damit aufhören wollten.


