
Von Rul Jetter Waldachtal. Sie blickten zurück und planten die Zukunft: Der Mitarbeiter-Nachmittag der evangelischen Kirchengemeinde Waldachtal hatte seine Akzente. Pfarrer Markus Arnold eröffnete den Nachmittag . "Schon wieder ein halbes Jahr herum", sagte er in Anspielung auf das letzte Treffen dieser Art. Er sprach den 60 Mitarbeitern, die gekommen waren, seinen Dank aus.
Einem besinnlichen Wort folgte ein Musikstück auf dem Klavier, bei dem man besonders aufmerksam zuhörte. Ein Klavier, vier Hände, zwei davon gehörten Markus Arnold. Es war von einer spontanen Aktion der Organistin Margrit Baur die Rede. Ihr Spiel kannte man, Pfarrer Arnolds Spiel war neu. Lockeres und unterhaltsames Klavierspiel tönte durch den Gemeinderaum, man darf auf mehr gespannt sein. Der Beifall war stark.
Einer Kaffeepause schloss sich der Jahresrückblick an. Laienvorsitzende Erika Burkhardt streifte das erste Vierteljahr 2011, die Zeit ohne Pfarrer, die unterbrochen war durch die Verabschiedung von Pfarrer Wolfgang Lange. Diese pfarrerlose Zeit war mit dem 6. März beendet: Markus Arnold hielt seinen Begrüßungsgottesdienst, der mit einem Empfang verbunden war.
Und gleich folgte die "Aufnahme des Betriebs": Drei Tage danach wurde Markus Arnold zum Vorsitzenden des Waldachtaler evangelischen Kirchengemeinderats gewählt.
Der weitere Rückblick, gehalten vom neuen Pfarrer selbst, hatte Amüsantes und Unterhaltsames an sich. Die erste größere Veranstaltung war die Seniorenfeier im Gemeindehaus, dann wurde die diamantene Konfirmation in Cresbach angeführt, der Auferstehungsgottesdienst auf dem Käppele mit anschließendem Frühstück wurde in Erinnerung gerufen. Im Mai wurde nach einem Gottesdienst ein Kirchenkaffee "ausprobiert", das fortgesetzt werden soll, um das Gemeinschaftsgefühl zu beleben.
"Für mich war es ein spannendes Jahr"
Der geplante ökumenische Gottesdienst am Schellenberg am Pfingstmontag wurde der Witterung wegen in die Kirche in Lützenhardt verlegt. Der neue evangelische Pfarrer war schneller in die katholische Kirche gekommen als er gedacht hatte. Der Erntebittgottesdienst im Juli in der Scheuer auf dem Hof Kaufmann fiel ins Wasser. "Ich hoffe, es liegt nicht an mir", so der Kommentar des Pfarrers. Es gab eine Aufzählung: Missionsgottesdienst, Grillfest für die Mitarbeiter, Besuch des Kirchenchores aus Owen/Teck (Arnolds Vikarsgemeinde), Liederreise mit Bezirkskantor Jörg Sander und dem Bezirksbläserchor in Cresbach. Der Gemeindeausflug nach Stuttgart wurde erwähnt, ebenso der Festgottesdienst am 1. Advent und die Dorfweihnacht. Arnold am Schluss: "Für mich war es ein spannendes Jahr". Er finde es super, wie es in Waldachtal läuft, und er wünsche sich, dass es lange so bleibe. Rainer Fischer vervollständigte den Rückblick mit einer Reihe von Fotos, die großformatig an der Wand erschienen.
Dann stand "Lebende Statistik" auf dem Programm. Wer sich darunter nichts Genaues vorstellen konnte, für den löste Diakon Ralf Hornberger diesen Punkt auf. Danach wusste man, dass der Jüngste der 14-jährige Luka war, der Altersborgen spannte sich bis 79 Jahre, eine Dame war die älteste Teilnehmerin. Die Lebensgrößen wurden auch ermittelt. Von 154 bis 190 reichten die Zentimeter bei den Körpergrößen. Die Ermittlungen – als gesellige Spiele empfunden – erfassten noch andere Bereiche. "Lebende Statistik in einer lebendigen Gemeinde" war dazu der treffende Titel.
Der Ausblick ließ einige Herausforderungen erkennen. Da ist am 1. April die Investitur von Pfarrer Arnold hervorzuheben, wenn das Bewerbungsverfahren "durch" ist. Das Thema Abendmahl soll verstärkt angegangen werden, auch bei der Kinderbibelwoche. Weitere Vorhaben wurden angekündigt. Fazit: Das erste Halbjahr ist richtig voll mit Terminen. Das andere Halbjahr wird es auch werden, so ist eine Gemeindereise nach Israel terminiert.
Der Eindruck dürfte sich bestätigen: Evangelische Kirchengemeinde Waldachtal – eine lebendige Gemeinde. Immerhin verbergen sich dahinter 2100 Gemeindeglieder, die im vergangenen Jahr per Saldo nur einen Abgang zu verzeichnen hatten.