Waldachtal - In der öffentlichen Gemeinderatsitzung am vergangenen Dienstag stimmte das Gremium mit vier Gegenstimmen dem Teilflächennutzenplan (TNP) des GVV Dornstetten zu. Thomas Grözinger (Ingenieurbüro Gförer) legte hierzu eine überarbeitete Version des TNP vor, der die potenziellen Vorrangflächen für Windkraftanlagen (WKA) auswies.

"Wir müssen unseren Teil zur Energiewende beitragen"

Er führte erklärend aus, dass weder Naturschutz-, noch Wasserschutzgebiete betroffen seien. Außerdem habe man in der Ausweisung der Potenzialflächen auch Richtfunkstrecken beachten müssen. Nur wenige Standorte im Waldachtal sind zur Ausweisung der Referenzertragsflächen übrig geblieben.

Grözinger rechnet damit, dass die "Hintere Kampfenhalde" zwischen Tumlingen und Salzstetten als geeigneter Standort ganz herausfallen wird. Für Waldachtal bleiben somit nur zwei potenzielle Standorte für WKA übrig: Zwei Anlagen können im Bereich Hagenbuch (zwischen Grünmettstetten und Tumlingen) errichtet werden, vier Anlagen sind im Bereich der Altheimer Berge (Steinbruch) Richtung Haiterbach möglich.

Zwischen Dornstetten und Schopfloch sollen keine weiteren Windkraftanlagen entstehen, da diese Flächen vom dortigen Gemeinderat eher als Siedlungs- oder Gewerbeflächen ausgewiesen werden sollen.

Bürgermeister Heinz Hornberger bekräftigte noch einmal, dass der Ausstieg aus der Atomenergie richtig war und nun der Preis für die erneuerbare Energie fällig werde. "Wir müssen unseren Teil zur Energiewende beitragen", beschwor er sein Gremium.

Rat Friedrich Gerhard gab zu bedenken, dass bereits viel Windkraft erzeugt, aber mangels Netz nicht transportiert wird. Im Gebiet der Altheimer Berge seien Raubvögel, Rebhühner und Kiebitze zu Hause, führte er weiter aus. Gerhard sprach sich gegen den TNP aus. Rat Franz Schweizer bezeichnete die Ausweisung der beiden Gebiete als "vertretbar", sofern die Abwägung der Belange von Natur, Flora und Fauna und dem Landschaftsbild nicht entgegenstehen. Auch Rat Rudolf Emele plädierte für Windkraft in Waldachtal, schließlich müsse die Energie ja irgendwo her kommen. Er habe berechnet, dass bereits zwei Anlagen den Strombedarf aller privaten Haushalte würden decken können. Nach der Zustimmung des Gemeinderats lag der TNP bereits gestern der Verbandsversammlung des GVV Dornstetten zur Beratung und Beschlussfassung vor.