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Waldachtal Breite Zustimmung fürs Kinderhaus

Eberhard Wagner, vom 26.01.2012 08:01 Uhr
Der Kindergarten in Tumlingen müsste dringend saniert werden. Foto: Hopp
Der Kindergarten in Tumlingen müsste dringend saniert werden. Foto: Hopp

Waldachtal - Der Gemeinderat Waldachtal führt die Planung eines "Kinderhauses" inklusive der dazu gehörenden Nebengebäude im Gewann Hinmmelreich fort.Das Ausmaß des Kinderhauses und ob es am Ende fünf Gruppenräume für den Regelkindergarten und vier Räume für die Kleinkindbetreuung geben wird, ist noch unklar. Diese Fragen will der Gemeinderat in einer außerordentlichen Sitzung am kommenden Dienstag, 31. Januar, ab 19 Uhr diskutieren.

Die Räte sind sich momentan noch uneins, wie umfassend das Angebot des künftigen Kinderhauses sein soll. Die statistischen Zahlen des Hauptamtsleiters Wolfgang Fahrner zeigten den Ist-Zustand der belegten Betreuungsplätze und die Auslastung der Kindergärten im Waldachtal auf: Die drei Kindergärten in Oberwaldach, Lützenhardt und Hörschweiler sind demnach bis ins Jahr 2014 ausgelastet, nur in Tumlingen und Salzstetten sind noch Kapazitäten frei. Salzstetten wird jedoch in diesem Jahr zusätzlich in die Kleinkindbetreuungsangebote von Waldachtal einsteigen.

"Es ist eine politische Entscheidung"

Der Kindergarten Tumlingen müsste dringend saniert werden, doch er ist erstens mit 14 freien Plätzen nicht ausgelastet, zweitens käme eine Sanierung viel zu teuer. Bürgermeister Heinz Hornberger prognostizierte, dass Kindergärten mit nur einer Regelgruppe ebenfalls keine Zukunftschancen haben werden. Diese Aussage trifft für den Kindergarten Hörschweiler zu, welcher aber derzeit auf zwei Jahre mit permanent 26 Kindern ausgelastet sein wird. Während die Regelgruppen für die Kindergärten für Kinder von drei bis sechs Jahre relativ einfach zu kalkulieren ist, wird eine zuverlässige Voraussage für den Bedarf von Betreuungsplätzen für Kleinkinder von eins bis drei Jahre in fast jeder Gemeinde zum Glücksspiel.

Doch das neu gefasste Kinderförderungsgesetz (KiFög) sichert Kindern ab einem Jahr bis drei Jahren zum 1. August 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz zu. Eine Illusion nannte Hornberger die Möglichkeit, Schulkinder zentral in der Waldachtalschule zusammenzufassen, um die Grundschule Salzstetten samt Kindergarten zum Kinderhaus avancieren zu lassen. Hier besteht bereits das Bildungshaus, welches seit langer Zeit erfolgreiche Kooperationen mit den Unternehmen fischer und frank-plastic führt und in ihrem Modell sehr erfolgreich ist.

"Es ist eine politische Entscheidung – und sie ist nicht leicht", sagte Hornberger. Viele der Räte lehnen einen großen Bau ab: das Land empfiehlt eine Quote von 34 Prozent Bedarfsabdeckung, was drei Kleinkindgruppen (30 Kinder) gleich käme.

Mehr Chancen als Nachteile?

Andere Räte tendieren dazu, der Empfehlung des Gemeindetags zu folgen, der 25 Prozent für ausreichend hält (zwei Gruppen). Die besonders optimistischen Räte befürworten gar eine Quote von 40 Prozent und höher. Hier schieden sich die Geister der Räte. Viele Räte (wie etwa Rudolf Emele, Ludwig Blum, Hartmut Johannson sowie Friedrich Gerhard) sehen in dem Projekt Kinderhaus viel mehr Chancen als Nachteile.

Die Attraktivität der Gesamtgemeinde werde immens gesteigert, wenn genügend und flexible Betreuungsangebote vorhanden wären. Rätin Erika Burkhardt wies darauf hin, dass vor allem Mütter, welche im nahe gelegenen fischerwerk arbeiten und auswärtig wohnen, auf solche Betreuungsangebote dringend warten. Außerdem gab Unternehmer Klaus Fischer bereits zu erkennen, dass er mit der Gemeinde Waldachtal kooperiere und sich nicht nur an den Investitionen des Kinderhauses beteilige, sondern auch an dessen Folgekosten.

Auch für andere Unternehmen und deren Mitarbeiter wäre ein solches Kinderhaus wichtig, so die Meinung vieler Räte. Einigkeit herrscht also nur über das "Ja" zum Kinderhaus. So werden nun im ersten Schritt die Ausschreibungsunterlagen für die Architekten freigegeben, während sich der Gemeinderat nächsten Dienstag in der Sondersitzung über die Größe des Kinderhauses und den Umfang der Investitionen einig werden muss.

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