Von Uwe Ade

Waldachtal-Lützenhardt. Mit der turbulenten Weihnachtskomödie "A schöne Bescherung" begeisterte die Waldachtalbühne am Samstagabend vor vollem Saal im Haus des Gastes in Lützenhardt.

Unter der Regie von Martin Denner liefen die Laienschauspieler in der schwäbischen Komödie von Monika Hirschle zu Höchstform auf.

Beim amüsanten Stück in vier Akten glänzte Karin Kammer, Katrin Gernhardt, Alexandra Vees, Gise Gretenkort, Frank Gretenkort, Claudio Roncaldi, Lukas König und nicht zuletzt auch der Vorsitzende der Waldachtalbühne, Pirmin König, und boten überzeugende schauspielerische Leistungen. Als Souffleuse unterstützte Sandra Schmid in bewährter Weise. Für die Maske war Claudia Schweizer zuständig.

Im Vorfeld hieß der Vorsitzende der Waldachtalbühne Pirmin König willkommen und gab eine kurze Einleitung in den amüsanten Vierakter. "In den nächsten zwei Stunden hören sie mich da oben gottsmillionisch fluchen, aber ich tu‘s nicht für mich, ich tu‘s für den Verein", wandte sich Pirmin König schon im Voraus an Pfarrer Anton Romer der die Aufführung in vorderster Reihe mitverfolgte. Falls es ihm gar zu bunt werde, so habe er ihm hier Ohrstöpsel, so König zum Pfarrer und überreichte ihm diese. Doch die brauchte der katholische Seelsorger nicht, er lachte bei vielen lustigen Szenen herzhaft mit und amüsierte sich wie die vielen Besucher unter denen auch Bürgermeister Heinz Hornberger und Ortsvorsteher Ludwig Blum weilten.

Im lustigen Stück war mit der Familie Eisele "eine ganz normale Familie" inmitten ihrer Vorbereitungen zum Weihnachtsfest zu sehen. Doch lief dabei – zum Ergötzen der Besucher – nicht alles so rund wie es eigentlich in der besinnlichen Zeit sein sollte – etlicher Weihnachtsstress, Turbulenzen und Missgeschicke waren zu bewältigen bevor gemeinsam "Stille Nacht, heilige Nacht" gesungen wurde.

Da passte schon der weitere Titel des Stücks "Eine weihnachtliche Kugelfuhr" besser. Denn für den Heiligabend war ganz schön viel los im Hause Eisele. Heizung und Kühlschrank kaputt, keine frische Gans für den Braten, der Baum fehlt, die Tochter will sich scheiden lassen und noch einiges andere kam am eigentlich bedächtigen Tag zusammen.

Alte Hasen waren vor allem die tragenden Personen Pirmin König und Katrin Gernhardt als Reinhold und Irmgard Eisele, die beide, ebenso wie der regieführende Martin Denner von Anfang an bei der Waldachtalbühne dabei sind. Die Anfänge der Waldachtalbühne liegen mehr als 30 Jahre zurück. Es begann mit Theateraufführungen der KJG (Katholischen Jungen Gemeinde). 1988 wurde dann die Waldachtalbühne als Verein gegründet. Nächstes Jahr wird das 25-jährige Bestehen gefeiert.

Im Dauerclinch ließ es das Ehepaar Eisele zum Ergötzen des Publikums öfters verbal krachen. Immer wieder ins Wohnzimmer platzte die neugierige Nachbarin Meuschele gespielt von Karin Kammer. Faustdick hinter den Ohren hatte es die Mutter des Hausherrn Oma Eisle (fabelhaft gespielt von Gise Gretenkort) die extra zu Heiligabend vom Altersheim angereist kam.

Weiter zur Familie gehörten Tochter Angelika und deren Mann Eberhard (Alexandra Vees und Frank Gretenkort) und als Sohn des Hauses Klaus-Dieter (Lukas König). Als charmanter Kavalier zeigte sich Flaschner Luigi (Claudio Roncaldi). Als drei Debütanten waren Alexandra Vees, Claudio Roncaldi und der Sohn des Vorsitzenden Lukas König erstmals auf der Bühne und meisterten ihren ersten Auftritt im Rampenlicht der Waldachtalbühne gut.

Viele oft lustige Auseinandersetzungen des Ehepaares Eisele prägten den Verlauf.Da wurde zum Kürzen des Baumes selbst die Motorsäge angeworfen und die Späne flogen auch hier im wahrste Sinne des Wortes im Wohnzimmer der Eiseles. Viel brauchte es bis zum gemeinsamen Essen und zur folgenden Bescherung.

Und selbst da klappte es nicht, wieder gab es Zank – dieses Mal wieder zwischen Tochter und Schwiegersohn. Zum guten Ende – ob sich die beiden allerdings wieder vertrugen blieb offen - kamen alle und stimmten ins "Stille Nacht, heilige Nacht" angestimmt von der knitzen Oma Oma und Charmeur Flaschner Luigi ein. – Still und heilig war die Nacht bei den Eiseles – bis auf die allerletzte Minute – nun wirklich nicht.

Eine zweite Aufführung gibt es am Freitag, 4. Januar, wieder zur gleichen Zeit im Haus des Gastes. Die Hälfte der Eintrittspreise bei der zweiten Aufführung geht zugunsten der Aktion "Waldachtal hilft – Yves Geiger".