Von Ingrid Vögele

Vöhringen. Wie wird man zum Jack Daniel’s Cup nach Amerika eingeladen? Eigentlich ganz einfach. Man gewinnt bei den deutschen Grillmeisterschaften in der Kategorie "Beef Brisket".

Genau diesen Titel haben Tina und Jenny Geiser, Töchter aus der Metzgerei Geiser in Vöhringen, im Frühjahr in Schwäbisch Hall errungen. Weltmeister Heinz Schaal war mit den beiden so zufrieden, dass er sie spontan zu dem US-Grillereignis mitnahm. 18 internationale und 71 amerikanische Teams nahmen an diesem Wettbewerb teil, der von der Firma Jack Daniels in Lynchburg, Tennessee, ausgerichtet wurde.

Nach der Ankunft wurde den Schwestern ein Platz zugewiesen. Dort entstand ein Stück Schwarzwald inmitten von Strohballen mit schwarz-rot-goldenen Luftballons und Fähnchen, die übrigens als Souvenirs sehr beliebt waren. Ein Smoker und zwei Kugelgrills standen bereit. Ein "Home Meal" mit Zwiebelrostbraten, Krautschupfnudeln, Maultäschchen und Bratensoße bot den Testern das Beste aus dem Südwesten.

Bei der nächsten Aufgabe sollte eine Soße die Grillstücke geschmacklich abrunden. Ein "Beef Brisket", also ein durchwachsenes Siedfleisch, musste als typisch amerikanisches Grillgut verwendet werden, ebenso Schwein, Rind und Hähnchen. "Frisches Fleisch am Stück zu bekommen, war ein Problem, alles war abgepackt", erzählt Tina Geiser.

Selbst das Dessert, bestehend aus gefüllter Ananas mit Kokoslikör und Baiser, ging über den Kugelgrill. "Bei der Präsentation in Lederhose und Dirndl, die ›Schwarzwaldmarie" mit Akkordeonbegleitung rauf und runter gesungen, erlebten wir wirklich unser blaues Wunder", berichtet Jenny Geiser. "Das Thermometer war von 28 auf sieben Grad gefallen."

Und was ist beim amerikanischen Grillen anders? Fettes Fleisch werde als ganzes Stück im Smoker bei niedriger Temperatur einen Tag lang gebraten und dann erst aufgeschnitten. Gegrillt werde überhaupt alles, was möglich sei, sogar Süßes. "Grillen können sie besser als wir", meinte Tina Geiser. Trotzdem schmeckt es ihr zu Hause besser. In den USA sei " alles so süß, und es gibt nur Toastbrot dazu." Was sie beeindruckte: Amerikaner reisen mit dem Wohnwagen zu Barbecuefestivals, wie Deutsche zu Rockkonzerten.

Zu Ehren aller Teilnehmer wurde in Lynchburg ein Fest gefeiert. Eine Guggenmusik führte dabei den Festzug durch den kleinen Ort an. Die Gruppe "Germany" lief vorne mit. Im Haus der Destillerie sorgte dann eine Countryband für Stimmung.

Auf ihren 13. Platz im ersten Teil des Wettbewerbs und eine mittlere Platzierung unter 89 Teilnehmern können nicht nur die jungen Damen stolz sein, sondern auch ihre Eltern. Zumal das Können der Schwestern im elterlichen Betrieb auch der Kundschaft zugute kommen wird.