
Von Ingrid Vögele Sulz/Vöhringen. "Selamat Datang" – dieser malaysische Gruß galt den zahlreichen Frauen aus dem Kirchenbezirk, die zu diesem Vorbereitungstreffen für den Weltgebetstag der Frauen am 2. März ins evangelische Gemeindehaus gekommen waren.
"Lobet und preiset ihr Völker den Herrn", auf Deutsch und Bakasah gesungen, stimmte auf das Thema "Malaysia" ein, von wo dieses Jahr die Liturgie zum Weltgebetstag stammt. Barbara Haug übernahm die Einführung. Sie selbst war von der Basler Mission aus viereinhalb Jahre in Sabah auf Borneo als Diakonin und Krankenschwester tätig. Bedingt durch den stärker werdenden Druck des Islam nahmen viele die Hilfe des Christentums an, was schließlich zur Ausweisung der Missionare führte. Malaysia ist multikulturell und -religiös. Die Gründe dafür, die in der politischen Entwicklung liegen, zeigte Barbara Haug sehr anschaulich auf, ebenso die gesellschaftliche, soziale Spaltung in Bauern, Plantagenbesitzer und Geschäftsleute, die teils auf Profitgier, aber auch auf Problemen mit dem Ahnenkult beruhen. Die ehemalige Missionarin beleuchtete auch die Stellung der Frau. Abgesehen von der Kleiderordnung waren Frauen Priesterinnen oder Schamaninnen. Heute werden sie mit Hilfe der Kirche als Lehrerinnen oder Pastoralreferentinnen ausgebildet und unterstützt, denn sie bilden bodenständig die Säulen der Gemeinden.
Ein Diavortrag von ihrer Arbeit in Sabah, vom Leben im Langhaus, von Familienfesten, aber auch von Problemen vor Ort, gespickt mit vielen persönlichen Erlebnissen, sorgten immer wieder für Heiterkeit. So schenkte sie einmal einer jungen Mutter eine Windel für ihr Baby. Aber was war das? Am Sonntag trug der Vater die Windel auf dem Kopf als Turban, denn "ein Mann braucht einen Turban, aber ein Baby keine Windel". Anhand der Bilder konnten die interessierten Frauen auch den Fortschritt und den Fortbestand erkennen, auf den Barbara Haug auch stolz sein kann.
Malaysia ist ein islamisch geprägtes Land und heute werden immer mehr Andersgläubige diskriminiert. So entstand auch das diesjährige Motto: "Steht auf für Gerechtigkeit". Sie wird inzwischen von allen Schichten gefordert, selbst junge Muslime und Akademiker rebellieren.
Der Frauengebetstag richtet dieses Jahr weltweit eine Petition an die malaysische Regierung, um Gerechtigkeit und faire Behandlung von Migranten oder Illegalen zu erreichen oder die sexuelle Ausbeutung der Frauen anzuprangern.
Barbara Haug verzichtete auf ihr Honorar, um zusammen mit anderen Spenden christliche Frauen in ihren Dörfern in Sabah zu unterstützen. Der Nachmittag wurde von Margarete Schon, tätig im Bezirksarbeitskreis, flott moderiert. In anschließender Gruppenarbeit wurde die Liturgie ausgestaltet, Bibelarbeit betrieben, und die Teilnehmerinnen konnten sich bei der Referentin noch weiter informieren.