Vöhringen Mädels überzeugen bei Grillmeisterschaft
Marzell Steinmetz, 11.05.2012 10:03 Uhr
Jenny und Tina Geiser (von links) servieren Grillteller.Foto: privat
Vöhringen - Jenny und Tina Geiser aus Vöhringen haben in Schwäbisch Hall an den deutschen Grillmeisterschaften teilgenommen. In einer von sieben Kategorien haben sie gewonnen.
Mit einem solchen Erfolg haben die beiden Schwestern aus Vöhringen nicht gerechnet: Immerhin traten sie bei den Profis an. Jenny Geiser, die in der elterlichen Metzgerei eine Lehre als Fleischerin macht, ist zwar vom Fach. Aber die Konkurrenz bei einer deutschen Meisterschaft ist natürlich groß. Vier weitere Teilnehmer aus dem Kreis Tübingen gehörten zu der sechsköpfigen Gruppe, die die Jury zu überzeugen wusste.
Stressig sei es gewesen, erzählt die 20-jährige Jenny Geiser, "am Ende waren alle platt". Dazu hat es am Wettkampftag stark geregnet. Die Gruppe mit den beiden Vöhringerinnen musste innerhalb von fünf Stunden sieben Gerichte mit Grillfleisch und Würsten zubereiten. Dazu kamen noch die Beilagen: Lasagne und Auberginen zu Schwarzwälder Bratwürsten, grüner Spargel zum marinierten Lachs, gefüllte Champignons und Rosmarinkartoffeln zum Hähnchen, Zwiebelgemüse, Cherry-Tomaten und Philadelphia-Kartoffeln zur "Hohen Rippe". Zum Nachtisch gab es eine halbe beschwipste Baby-Ananas.
Den ersten Platz belegten Jenny und Tina Geiser zusammen mit ihren Mitstreitern aus dem Kreis Tübingen beim sechsten Gang: Beef Brisket mit Ratatouille-Gemüse und gegrillten Servietten-Knödeln. Das Beef sei eigentlich kein typisches Grillfleisch, auch wenn es in den USA gerne dazu verwendet werde. "Im Laden verkaufen wir es normalerweise als durchwachsenes Siedfleisch", erklärt die 20-Jährige. Das Fleisch musste deshalb auch rund zehn Stunden lang im "Smoker", einem mit Holz befeuerten Grill, bleiben, danach war es allerdings butterzart, und das überzeugte die Juroren. Mit fünf Punkten Vorsprung – die anderen Entscheidungen waren zum Teil wesentlich knapper – ging der Siegerpokal an die Gruppe mit Jenny und Tina Geiser.
Vom Grillen muss man auch etwas verstehen. Die Profis lassen das Fett am Fleisch dran, weil es, erklärt Jenny Geiser, ein Geschmacksträger sei. Wegschneiden könne man es später immer noch. Entscheidend ist aber auch die richtige Temperatur. Und wenn man weiß, wie das Fleisch beschaffen ist, ist das auch ein Vorteil.
Bei der deutschen Meisterschaft legte die Jury großen Wert auf das Aussehen der hergerichteten Teller. Das fand Jenny Geiser etwas schade: "Mir ist es lieber, wenn es gut schmeckt", meint sie. Ende Oktober will sie nun mit ihrer Schwester in den USA am Grillwettbewerb um den "Jack Daniel's Cup" teilnehmen.


