Vöhringen Im Konsumtrubel hat Vorfreude keine Chance

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Von Ingrid Vögele

Vöhringen. "Wo ist der Friede? Wo ist die Freude? Wann fängt Weihnachten an?", waren die Fragen eines Gedichts, mit dem die Mühlbachschule ihr traditionelles Adventssingen eröffnete.Die 73 Sänger des Grundschulchores unter der Leitung von Sabine Pfau und die Theaterspieler um Sandra Barth gingen in einem Musical gemeinsam auf die Suche nach der Weihnachtsfreude. Eine Küche mit Herd und Schrank, ein Bett am Fenster und eine Kirche hatten schon vorher zum Betrachten eingeladen. Dienten diese großen Gemälde doch als Kulissen, die von den Klassen 3a und 4b unter Anleitung von Jens Wehrer sorgfältig geschaffen worden waren.

"Ruhe jetzt! Wir machen weiter mit der Chorprobe!" – vergebens. Die energische Chorleiterin (Anna Zaiser) gibt in "Lisas Weihnachtsfreude" schließlich auf und schickt alle Kinder nach Hause, damit sie dort ihren Text lernen. Unter ihnen ist Lisa (Selina Haid), die ihren Heimweg über den Weihnachtsmarkt nimmt. Trotz äußerer Weihnachtsdeko empfindet sie keine Vorfreude, das "Kling, Geld, ja klingelingeling" des Chores unterstrich das Missvergnügen. Einen Adventskalender nimmt Lisa dann doch mit. Zu Hause herrscht großer Trubel. Abends wird ihr die Hektik des Tages richtig bewusst, als sie den Aufdruck "Friede auf Erden, die Weihnachtsfreude ist riesengroß" sieht. Flöten und Gitarren begleiteten den Chor, der sehr nachdenklich hinterfragt: "Was ist der Sinn von Weihnachten, ob’s die Freude wirklich gibt?"

Lisa schläft ein. Im Traum erscheint ihr die ganz verstaubte Weihnachtsfreude Joy (Jacqueline Plapp). Auf deren Anweisung hin öffnet sie die Türchen des Kalenders und erfährt nach und nach die Geschichte, deren Inhalt durch den Chor noch eindringlich vertieft wurde. Nach dem Aufwachen öffnet sie das letzte Türchen, findet die Krippe – und freut sich auf das Fest.

Mutter, Vater (Sophie Burger, Marc Mail) und Sarah (Romeysa Aykanat) werden mit der Krippe beschenkt, die genauso wie die Familie mit dem Staubwedel vom Staub befreit wird. "Jetzt weiß ich, was Weihnachtsfreude ist", verkündet Lisa glücklich. Dieses Glück spiegelte sich im kräftig intonierten Schluss des Musicals, das trotz gesungener Freude von Sängern, Schauspielern und Leiterinnen sehr viel abverlangte, aber mit Bravour bewältigt wurde.

Die Spannung war dann bei "Feliz Navidad" gewichen, dem Mitleben und den Mienen nach war es bestimmt das Lieblingslied. Händchen winkten, Kinderaugen fragten: "Hab ich’s gut gemacht?" Begeisterter Beifall war der wohlverdiente Lohn für die jungen Künstler.

Im Anschluss ans Musical wurde im Eingangsbereich ein wandgroßes Mosaik enthüllt, ein richtiges Kunstwerk, das in seiner Farbenvielfalt förmlich leuchtet. Rektor Thomas Prügel bedankte sich bei Antje Hellmich und Isabella Plapp für die Erarbeitung mit den Kindern. Sein Dank galt auch Rainer Beck für die Baustoffe und dessen großzügige Spende, den Mitarbeitern des Bauhofs und den unterstützenden Eltern. Prügel sieht das Mosaik auch als Symbol dafür, "dass aus vielen kleinen Teilen, von vielen Menschen zusammengefügt, etwas Großes entstehen kann".

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