Vöhringen Beim Rathaus sprudelte die Solequelle
Schwarzwälder-Bote, 18.06.2012 19:03 Uhr
Alle lauschen Herwart Kopps (Mitte) Ausführungen zur Sulzer Salinegeschichte. Foto: VögeleFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Ingrid Vögele Sulz/Vöhringen. Groß war das Interesse an der Salinenführung in Sulz, zu der das Vöhringer Männervesper-Team geladen hatte. Bereits auf dem Marktplatz rückte Herwart Kopp den Wilhelmsbrunnen und das Sulzer Stadtwappen in den Mittelpunkt.Und der Hannikel durfte natürlich bei der Sulz-Tour auch nicht fehlen. Oberamtsmann Schäffer, "ein schwäbischer Sherlock Holmes", wie Kopp ihn bezeichnete, Polizist, Ankläger und Richter in Personalunion mit Sitz im Oberamtsgebäude, hatte Hannikel nach dessen Gefangennahme in der Schweiz nach Sulz überführt und in den Südturm gesperrt.
In der Tiefe vor dem alten Rathaus sprudelte die Solequelle. 1784 betrieb man den ersten Stollenbau, der in gerader Linie entlang der Kirche bis zum heutigen Stadtteil Kastell führt. Eingebrochen sei er in der Vöhringer Steige, so Kopp, was bei allen Autofahrern mitwissendes Nicken hervorrief.
Weiter ging es über die Kirche, zuvor noch einen Blick auf das Gefängnis werfend, vorbei am Bauernfeindmuseum zum Pfleghof, der als Badhaus noch einigen gut in Erinnerung war. Stadtmauer, Waldhornbrücke, Hochwasser und Feuersbrünste waren Themen, genauso wie berühmte Persönlichkeiten. Kopp erklärte, wie die Sulzer mit Hilfe des Bergfelder Salzes den nachlassenden Salzgehalt der eigenen Quelle wieder anhoben. In Erstaunen versetzte, dass die Förderung von zuvor 500 Tonnen Salz mit Bergfelder Unterstützung dann 1000 Tonnen jährlich betragen habe.
Durch die napoleonische Flurbereinigung kamen weitere Salzgebiete zum Land, so dass sich der Abbau nicht mehr lohnte. Man sei auf Hallerde umgestiegen, das heißt Anhydrit mit Salz vermischt, erläuterte Kopp, und als Düngemittel verkauft, sei es zum wirtschaftlichen Segen geworden. Am Bergwerksstollen unter dem "Gähnenden Stein", nur für den Hallerdeabbau gegraben, endete die Führung.


