
Von Marzell Steinmetz
Sulz/Vöhringen. Gemeinsam haben die CDU-Verbände Sulz und Vöhringen die Winterwanderung mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Volker Kauder und dem Landtagsabgeordneten Stefan Teufel organisiert. Hauptthema war am Samstag das interkommunale Gewerbegebiet (IKG).
Die rund 40 Teilnehmer trafen sich bei unangenehmem Nieselregen zuerst vor der Kirche in Vöhringen. Drinnen spielte schon Christian Kipp auf der Orgel, und danach hielt Kirchengemeinderat Bernd Schmidtchen einen spannenden Vortrag über die Geschichte der Kirche. Gebaut wurde sie 1348, nachdem ein Erdbeben die Kapelle zerstört hatte. Aus dem 15. Jahrhundert stammen zwei von drei Glocken. Auch der Taufstein mit seinen vier Tierköpfen ist aus dieser Zeit. Zuletzt wurde die Kirche 1773 erweitert.
Inzwischen ist das Gotteshaus aber auch mit moderner Technik wie Leinwand und Beamer ausgestattet. "Das ist der aktuelle Bezug zur Kirchenarbeit", erklärte Schmidtchen. Pfarrer Gottfried Kircher freute sich, dass die Winterwanderung der CDU in der Kirche begann. Nach einem "Vater unser" ging es dann allerdings zuerst noch ins Rathaus.
Bürgermeister Stefan Hammer informierte dort im Sitzungssaal die interessierten Zuhörer über den Planungsstand des interkommunalen Gewerbegebiets Sulz/Vöhringen.
Die beiden Gemeinden hätten das gleiche Problem: Die Gewerbegebiete in Sulz wie in Vöhringen seien weitgehend belegt. Hammer betonte: "Wir sind auf Neuansiedlungen angewiesen". Die Steuerkraft von Sulz und Vöhringen sei gering, es gebe weitaus mehr Aus- als Einpendler, und die Beschäftigungsquote – der Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung – liege unter dem Landesdurchschnitt. Auch fehle es an qualifizierten Arbeitsplätzen.
Ein gemeinsames Gewerbegebiet bringt Hammer zufolge mehrere Vorteile: Es können Kosten gespart werden, indem die Infrastruktur gemeinsam genutzt wird. Es entstehen größere zusammenhängende Flächen, Zuschüsse könnten erwartet werden, und nicht zuletzt werde der "ruinöse Wettbewerb der Kommunen gebremst".
Auf Sulzer Gemarkung des Gewerbegebiets liegt das Gewann Breite, auf Vöhringer Gemarkung die "Alte Ziegelei", eine Industriebrache, die jetzt wieder reaktiviert werden soll. Mit insgesamt 37 Hektar, davon 29 Hektar reines Gewerbebauland, ist das interkommunale Gewerbegebiet dreimal so groß wie das Vöhringer Gewerbegebiet "Ziegelhütte". Erschlossen wird in drei Bauabschnitten, beginnend auf Sulzer Gemarkung. Für die Kosten wie für die Einnahmen werde es einen Verteilerschlüssel geben, sagte Hammer. Das heißt: Wenn auf Sulzer Gemarkung gebaut wird, beteiligt sich Vöhringen an den Kosten, profitiert später dann aber auch von der Gewerbesteuer.
Hammer zeigte sich zuversichtlich, dass bei den Grundstücksverhandlungen Einigung erzielt werden kann. Sie seien schon weit fortgeschritten. Lösbar sind für ihn auch die naturschutzrechtlichen Belange. Einige streng geschützte Tiere kämen vor. Diese müsse man noch aus dem Gebiet bekommen.
Vorgesehen ist, dass im ersten Halbjahr 2012 ein Zweckverband gegründet wird, um danach das Bebauungsplanverfahren einzuleiten. Hammer schätzt, dass 2013/2014 die ersten Firmen angesiedelt werden können.
Die anschließende Wanderung führte zuerst durchs Gewerbegebiet "Ziegelhütte", dann am geplanten regionalen Gewerbegebiet vorbei zum zukünftigen interkommunalen Gewerbegebiet. Ziel war das Restaurant Kastell.