Vöhrenbach Beatles bei Wunschkonzert ganz vorne
Schwarzwälder-Bote, 09.04.2012 20:26 Uhr
Als exzellenter Trompeter zeigte sich Julian Scherzinger (hinten rechts) beim Wunschkonzert des Musikvereins Urach. Fotos: KettererFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Hartmut Ketterer
Vöhrenbach-Urach. "Als Vize muss man immer damit rechnen, auch einmal ganz vorne zu stehen", so kommentierte Reinhard Pfaff, Vorsitzender des Musikvereins Urach, die Dirigentenrolle von Monika Mai beim Wunschkonzert. Nach dem Weggang ihres Bruders Lothar Mai als Dirigent im Dezember stand plötzlich Monika Mai, die sonst im Saxofonregister spielt, als Vizedirigentin in dieser Situation. Sie nahm diese Herausforderung aber an und erklärte sich bereit, die musikalische Leitung zu übernehmen, bis ein Nachfolger für Lothar Mai gefunden ist. Innerhalb von drei Monaten galt es, das beliebte Wunschkonzert auf die Beine zu stellen. Und es gelang.
In intensiven Proben wurden zwölf Stücke einstudiert, die jetzt mit viel Beifall bedacht wurden. Noch größer wurde die Beifallsstärke, als Reinhard Pfaff an Ende des gelungenen Konzertes an Dirigentin Mai als Anerkennung einen Blumenstrauß übergab. Freudestrahlend gab Mai den Dank des Publikums an ihr Orchester weiter.
Kapelle und Solisten bewiesen an dem Abend, was in ihnen steckt. Mit 130 Stimmen wurde ein Medley der größten Beatles-Hits zum Sieger des Wunschkonzertes. Die Gäste durften sich hier über so weltbekannte Songs wie "Let ist be" oder "Lady Madonna" freuen.
In die Herzen der Konzertbesucher spielte sich auch Julian Scherzinger, als er mit seiner Trompete gefühlvoll und bravourös das Stück "Trumpet dreams" blies. Die Darbietung lag mit 109 Stimmen an zweiter Stelle und Scherzinger sowie das Orchester erhielten begeisterten Applaus. Wie beliebt Polkaklänge sind, zeigten 101 Gönner des Wunschkonzertes und damit setzten sie die"Anna Polka" ebenfalls einen Podestplatz. Insgesamt gab es über 1 000 Wünsche.
Den Konzertabend eröffneten Urachs Musiker mit der getragenen Melodie "Der Festtag", einer Komposition von Sepp Tanzer. Eine schöne Aussicht mit Burgen und Schlössern durften sich die Zuhörer bei der Darbietung "Belvedere" vorstellen.
Mit der Polka "Ewige Freundschaft" erfüllten die Musiker sicher den Wunsch vieler Blasmusikfreunde und Dirigentin Monika Mai gab die treffenden Einsätze zu der temperamentvollen Melodie. Gegensätze, die eine Konzertvielfalt ausmachen, boten die Musiker bei "New York 1927".
Klemens Herrmann, der mit der Ansage und humorvollen Anekdoten durchs Programm führte, stimmte das Publikum auf die Einkehr in Kneipen, schwermütige Bluestönen und Geräusche aus dem Straßenverkehr der Millionenstadt New York ein.
Mit dem Marsch "Das Siegesschwert" aus der Feder von Julius Fucik verabschiedeten sich die Musiker in die Pause.
Auf Blasmusik aus dem Repertoire von Ernst Mosch wurde das Publikum beim Marsch "Prager Leben" eingestimmt. Darauf standen erneut Solisten im Mittelpunkt. Bianca Willmann und Sandra Mai glänzten dabei mit virtuosem Flötenspiel zu den Noten "Twinkling Flutes" und sicherten sich tosenden Beifall.
Ein Genuss für Marschfreunde dürfte danach "Hoch Heidecksburg" gewesen sein, der zu den populärsten und am häufigsten gespielten Märschen in Deutschland gehört.
Kostprobe des "Neuen"
Bevor das letzte Programmstück angekündigt wurde, griff der Vorsitzende Pfaff zum Mikrofon und gab für viele eine Überraschung preis: "Wir haben einen neuen Dirigenten. Markus Maier aus Villingen ist Nachfolger von Lothar Mai. Pfaff übergab den Taktstock und bei dem schwungvollen Marsch "Klostermanns Musikanten" gab der "Neue" eine erste Kostprobe ab.
Nochmals gab es viel Beifall und Dirigentin Monika Mai beendete das gelungene Konzert mit den Zugaben "Willi Polka" und "The Best of Beatles".


