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Villingendorf Verkehr: Wie kann Situation entschärft werden?

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Der Verkehr in der Ortsdurchfahrt in Villingendorf nimmt zu. Die Möglichkeiten, zeitnah Verbesserungen im Sinne der Verkehrssicherheit und des Anwohnerschutzes zu erreichen, werden in diesen Tagen verstärkt erörtert. Zuletzt am Montagabend im Gemeinderat. Dort, allerdings, vor leeren Zuhörerplätzen. Foto: Horst

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Villingendorf - Der Straßenverkehr in Villingendorf nimmt zu und regt auf. Kommt es dann auch noch zu einem Unfall mit Todesfolge, werden die Rufe nach Verkehrsberuhigung lauter. Doch: Wo sitzen die "bösen Buben"? Und was können sie tun?

Das Rathaus steht in der Ortsmitte. Deshalb bekommt die Gemeindeverwaltung das veränderte Verkehrsaufkommen täglich hautnah mit. So verwundert es keineswegs, dass seit längerer Zeit Bemühungen im Gange sind, Verbesserungen im Sinne der Anlieger der Ortsdurchfahrten zu erreichen.  

Gesetzestreu

Da jedoch Karl-Heinz Bucher ein gesetzestreuer Bürgermeister ist und somit unverdächtig, als Revolutionär in die lokale Geschichte einzugehen, dauert alles seine Zeit. Weil die Ortsdurchfahrten Kreisstraßen sind, ist hier nämlich das Landratsamt in Rottweil der Spielmacher.

Die Villingendorfer Verwaltung weist, wie es ihrem Verständnis entspricht, immer wieder auf Missstände hin, hält Kontakt zu den Verkehrsbehörden und schreibt entsprechende Briefe, um auf die steigende Belastung hinzuweisen. Und dies in regelmäßiger Frequenz und in unterschiedlichem Duktus.

Schließlich sind die Ortsdurchfahrten in jüngerer Vergangenheit – und aktuell bis zum vergangenen Montagabend – begehrte und in drei Fällen langanhaltende Umleitungsstrecken. Wegen Baumaßnahmen an der früheren Bundesstraße 14 (jetzt Landesstraße 424) Rottweil – Oberndorf und an der Bundesstraße 462 Richtung Zimmern.  

Unmut

Da jedoch nicht nur der Verkehr zugenommen hat, sondern auch der Unmut in Teilen der Bevölkerung – vor allem nach dem tragischen Unfall am 26. Oktober –, sieht es der Bürgermeister als notwendig an, während der Gemeinderatssitzung das Problem anzusprechen, die Situation und die Aktivitäten der Verwaltung darzustellen und mit den Gemeinderäte öffentlich zu besprechen.  

Beschluss

Nach längerer und interessanter Diskussion kommt es zu einem einstimmigen Beschluss. Dieser klingt mitnichten feurig, lehnt sich jedoch an das Machbare an: Der Gemeinderat unterstützt die Verwaltung bei den Verkehrsbehörden in ihrem Bemühen nach sinnvollen und machbaren Optimierungsmöglichkeiten. Eine weitere Diskussion im Gemeinderat wird dabei angestrebt und gewollt.  

Sinnvoll und machbar

Unter sinnvoll und machbar verbergen sich die unterschiedlichen Anregungen des Gemeinderats wie Ampel, Zebrastreifen, Kreisverkehr, stationärer Blitzer, Tempo 30. Unter sinnvoll und machbar ist jedoch gleichfalls mit Blick auf die Erwartungshaltung der Bevölkerung die Einschätzung von Martin Schwellinger einzuordnen, der sich vor 2019 und 2020 mit Blick auf die Behörden keine dauerhafte, durchdachte Lösung vorstellen kann.  

Favorit

Dabei räumt der Bürgermei­ster einer Tempo-30-Lösung im Bereich der Schule noch die besten Chancen auf "schnelle" Umsetzung ein. Wenn auch nicht so schnell wie Tempo 30, aber doch schneller (Achtung: Ironie) als eine Wanderdüne. Als Grund seiner Einschätzung dient eine seit dem Frühjahr neue Gesetzeslage aus Berlin, die mit einer Verwaltungsvorschrift noch fit gemacht werden soll für eine Umsetzung vor Ort.  

Kein Vollgas

Ein Schritt (Die Betonung liegt auf Schritt, also kein Vollgas) in diese Richtung soll eine sogenannte objektive Beurteilung der Verkehrssituation vor Ort außerhalb der Umleitungsdauer sein. Dies ist seit Montagabend möglich. Es sei denn, die Sperrung der Landesstraße nach Talhausen bis zum 22. November wegen Gehölzpflegearbeiten (auch so ein schönes Wort aus dem Beamtendeutsch) wird dazu genutzt, dass nicht die offizielle Umleitungsstrecke über die Gemeinde Dietingen nach Epfendorf gefahren wird, sondern die Variante über Herrenzimmern oder Bösingen, also – wieder einmal – durch Villingendorf hindurch.  

Der Moralist Was natürlich (Achtung: schon wieder Ironie, und dieses Mal eine gewaltige) nicht passiert, da die Verkehrsmoral aller Teilnehmer in heutiger Zeit eine dermaßen vollendete ist. Es ist schließlich garantiert nur ein Gerücht, dass diejenigen mehr werden, die der Ansicht sind, Verkehrsregeln seien sinnvoll, gelten jedoch ausschließlich für andere.

Davon abgesehen: Einige Aspekte, die Gemeinderäte umtreibt, bereichern die Diskussion und sollten jenseits aller Vorschriften diejenigen, die Vorschriften anwenden (dürfen), wenigstens einmal gehört haben.  

Junge Hunde So hält Jürgen Storz eine Prüfung vor Ort um 10 oder 11 Uhr für "total falsch". Die Stoßzeiten seien schließlich die Krux: also von 7 bis 8 Uhr und von 15 bis 18 Uhr.

Beim Wort "geprüft" bekommt Karl-Heinz Wachter bald junge Hunde. "Das sind für mich Plattitüden, hinter denen sich die Beamten seit 20 Jahren versteckt haben", wettert der erfahrene Gemeinderat. "Alle Welt versteht nicht, dass die Messergebnisse nicht ausreichend waren." Messergebnisse beim Regi­strieren des Verkehrsaufkommens. Deshalb: Es müsse Druck auf das Landratsamt ausgeübt werden.

Und er vermisst Gleichheit. In Rottweil gebe es Zebrastreifen bei den Kreisverkehren, auf dem Lande jedoch nicht. Und schon gar nicht vor der "Krone".  

Kreisverkehr

Apropos Kreisverkehr: Den gibt es vor der "Krone" zwar nicht. Wäre jedoch für Jürgen Storz sinnvoll. In Wellendingen und in Zimmern existieren schließlich kleinere ihrer Art. Ein solcher bei der Kirche würde der ziemlich geraden Ortsdurchfahrt den Charakter einer Rennstrecke, die sie zu gewissen Tages- und Nachtzeiten habe, nehmen.  

Tempo 30

Apropos Tempo 30: Karl-Heinz Wachter kann sich mit dieser Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Ortsdurchfahrten, die, so Karl-Heinz Bucher nebenbei, mittlerweile im gesamten Ort außer in den Gewerbegebieten und eben den Ortsdurchfahrten gilt, zu Nachtzeiten anfreunden, Wachters Stichworte lauten: Endingen und B 27.

Apropos Rottweil: Als Positivbeispiel für Tempo 30 bis 17.30 Uhr vor einer Schule erwähnt Ulrike Müller die Lage vor der Römerschule in der Altstadt.  

Blitzer

Apropos Blitzer: Die abschüssige Hochwaldstraße nach Ortseinfahrt und Verschwenkung wird als sinnvoller Standort für ein solcher Gerät angesehen. Um mindestens das Knallen der Kanaldeckel einzudämmen, wenn der Schwerlastverkehr nachts zu schnell darüberbrummt, wie Leidgeprüfte wissen.  

Ampel

Apropos Fußgängerampel: Sie würde für Franz Schaumann in der Ortsmitte mit Blick auf Schule, Metzgerei, Kreissparkasse und viele Straßenüberquerungen sehr wohl Sinn machen.

Apropos Gegenargumente: Da sie sich für alle Vorschläge (Zebrastreifen, Tempo 30, Ampel, Kreisverkehr, stationärer Blitzer) finden lassen und zum Teil in der Gemeinderatssitzung genannt werden, dürften sich die Verfechter einer objektiven Prüfung, auch mit Einbindung von fachlichen Beratern (wie das Ingenieurbüro Weisser und Kernl, Villingendorf), auf dem rechten Weg (sic!) wissen.  

Bürger

Apropos Bürger: Diejenigen, die Unterschriften für Tempo 30 sammeln, bevorzugen garantiert ein schnelleres Tempo bei der Umsetzung. Sie stoßen aber nicht nur auf vorbehaltlose Zustimmung im Ratssaal. Weniger wegen des Inhalts, sondern wegen der Art und Weise.

Sylvia Weisser hat sich nach eigenen Worten geärgert, dass die zwei Unfälle (Motorradfahrer in der Hochwaldstraße und der tödliche Ende Oktober) als Grund genannt worden seien. Dies finde sie nicht fair. In der Hochwaldstraße gelte Tempo 30, und Tempo 50 in der Ortsmitte sei nicht der Grund für den Unfall mit tödlichem Ausgang gewesen.

Obwohl der Bürgermeister es bedauert, dass der Initiator (der Name Oliver Avemaria wird nicht genannt) den Gesprächsfaden mit ihm, dem Schultes, nicht mehr aufgenommen hat, stellt er fest: "Im Prinzip haben wir die gleiche Zielrichtung." Und: "Wir (die Verwaltung) stehen weiterhin zur Verfügung."

Karl-Heinz Bucher vergisst aber auch nicht zu erwähnen, dass in der jüngeren Vergangenheit mit mehreren Bürgern mehrere mehr oder weniger lange Gespräche über die leidige Verkehrssituation geführt worden seien und er ihnen die Sachlage und die Möglichkeiten nach Abhilfe versucht habe, darzustellen. Auch wenn nicht jedem seine Antworten gefallen haben mögen.  

Behörden

In die Kategorie "nicht gefallen" dürften gleichfalls Antworten der Polizei und der Verkehrbehörde am Landratsamt, getroffen in Stellungnahmen, fallen. Bucher zitiert sie in einem Aktenvermerk: "Nur der Anstieg des Verkehrsaufkommen rechtfertige keine Geschwindigkeitsbeschränkungen. Grundsätzlich seien bei hohem Verkehrsaufkommen die gefahrenen Geschwindigkeiten langsamer, wie wenn nur vereinzelt Fahrzeuge fahren."

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