Von Sabine Streck Villingen-Schwenningen. Die Narrenzunft Schwenningen hat angepackt und schon mal das zentrale Rathaus für Oberbürgermeister Rupert Kubon gebaut, während in der Stadt noch über die Standortfrage diskutiert wurde.

Gestern Abend hat der OB gleich Besitz von dem Neubau ergreifen dürfen bei der traditionellen Schlüsselübergabe auf dem Schwenninger Marktplatz. Nicht wie in all den Vorjahren wurde der Rathausschlüssel vom Balkon des echten Rathauses heruntergelassen, sondern sie spielte sich in Augenhöhe mit dem närrischen Volk auf dem Marktplatz ab. Hautnah ohne allzuviel Absperrung konnten die trotz Schneetreibens vielen Zuschauer das Wortgefecht zwischen Zunftmeister Martin Wittner und Rupert Kubon verfolgen.

Schwer beeindruckt zeigte sich Kubon denn auch über den ersten Versuch der Schwenninger, die beiden Rathäuser aus V und S durch einen Mittelteil zu verbinden. Es gebe aber noch erhebliches Entwicklungspotenzial. Wenn auch nicht vollkommen barrierefrei, so habe die Schwenninger Narrenzunft doch die Barriere zwischen Villingen und Schwenningen hervorragend überwunden. Abkaufen wollte Kubon der Zunft das Bauwerk aber dennoch nicht. Die Zunft sei halt in vielen Dingen anderen um Jahre voraus, meinte schließlich Martin Wittner. Kritik hagelte es am Vorhaben der Stadt, das Beethovenhaus zum Museumslager umzufunktionieren. Dabei könne es sich nur um einen Aprilscherz handeln. Auch das Bußgeld für einige Gastronomen bei der Schwenninger Kulturnacht brachte Wittner aufs Tapet. Mit dieser Aktion habe die Stadt den Brückenschlag zur Fastnacht geschafft: "Wenn das nicht ein 1A-Kater war." Der Zunftmeister regte an, die Bußgeld-Einnahmen für den Brandschutz zu verwenden, dann gebe es keine Probleme mehr im Heimatmuseum und für die Bleibe des Grenadiercorps.