Villingen-Schwenningen Wild Wings lecken ihre Wunden

Gunter Wiedemann, 11.04.2012 06:38 Uhr

Villingen-Schwenningen - Frust und Enttäuschung – so sieht die Eishockey-Welt bei den Wild Wings auch an Tag eins nach dem Halbfinal-K.o. gegen Rosenheim aus. Es ist die Zeit der Analyse, aber auch die Planungen für die neue Runde schreiten bereits voran.

Die Gründe für das Aus. »Die Schlüsselspieler der Rosenheimer waren einfach stärker. Wir haben die erste Reihe der Starbulls nicht in den Griff bekommen«, nennt Manager Stefan Wagner Hauptgründe für den 4:2-Seriensieg der Bayern. Für den scheidenden Coach Jürgen Rumrich waren die schwache Chancenverwertung und das wenig effektive Powerplay entscheidend. »Sicher, die Enttäuschung ist groß. Man darf aber auch nicht vergessen, wo das Team stand, als ich es übernommen habe. Wir haben uns vom letzten Tabellenplatz auf Rang drei verbessert, sind dann im Halbfinale gegen ein Team auf Augenhöhe gescheitert.«

Zahlen lügen nicht. Auffällig – die Wild Wings kassierten im Vergleich zur vergangenen Saison (nur die Spiele inklusive der Halbfinal-Serie) in den Play-offs doppelt so viele Gegentreffer. 3,2 Tore mussten die Schwenninger im Durchschnitt hinnehmen. 2011 waren es nur 1,6. Damals schossen die Wild Wings 4,6 Treffer pro Play-off-Spiel, nun waren es nur 3,0. Ein Grund hierfür war das schwache Powerplay. Nur fünf Überzahlmöglichkeiten wurden in elf Partien (7,94 Prozent) genutzt. Im vergangenen Jahr waren es starke 21,88 Prozent. Schließlich ging der Zuschauerschnitt in den Play-offs von 4605 (inklusive des ausverkauften Heimspiels der Final-Serie gegen Ravensburg) auf 3676 zurück.

DEL-Lizenz. Derzeit gibt es keinen Kooperationsvertrag zwischen der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) und der für die 2. Liga zuständigen ESBG. »Aber im DEL-Gesellschaftervertrag ist geregelt, dass es nur einen sportlichen Aufsteiger geben kann, wenn sich ein DEL-Verein aus der 1. Liga zurückzieht. Dann würde zuerst der Zweitliga-Meister gefragt, der natürlich noch die Lizenzbedingungen erfüllen müsste. Eine zweite Möglichkeit wäre, dass ein Verein eine DEL-GmbH komplett aufkauft«, gibt Matthias Schumann preis. Weiter geht der bei der DEL für die Kommunikation zuständige Schumann davon aus, »dass in der kommenden Saison die DEL-Teams wieder mitspielen, die auch in der Runde 2011/12 aktiv waren. Es wird bei 14 Mannschaften bleiben«. Die Schwenninger haben ihre Hausaufgaben gemacht, die Formblätter der DEL ausgefüllt. »Wenn sich eine Türe öffnet, dann schauen wir weiter. Fakt ist, dass wir in der 2. Liga im Halbfinale ausgeschieden sind«, so Wagner.

Personalien. Andreas Renz, Adam Borzecki und Peter Boon haben noch Verträge für die neue Saison. »Sicher ist, dass es einen größeren Schnitt geben wird«, betont Wagner. Schon bald soll feststehen, welcher Trainer die Wild Wings in der kommenden Runde betreuen wird. »Es gibt eine klare Tendenz. Unterschrieben ist aber noch nichts«, will sich der Manager nicht in die Karten schauen lassen. Zuletzt wurde der Italiener Stefan Mair als Kandidat gehandelt. Auf jeden Fall wird der neue Chefcoach auch in Sachen Co-Trainer ein Mitspracherecht haben. Es ist also noch offen, ob Toni Raubal, der bisherige Assistenztrainer, bei den Wild Wings bleibt.

Abschlussfest. Für das Abschlussfest steht der endgültige Termin noch nicht fest.

 
 
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Kommentare (2)
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APR
15
Serc-Fan, 22:43 Uhr

Schule

Und an den Bildungseinrichtungen scheint es auch zu mangeln...

APR
15
Kein SERC.Fan, 13:38 Uhr

Absteigen wäre besser

Als normaler Bürger von VS muss ich feststellen, dass die Stadt (OB und Stadtrat) dem SERC viel zu viel Geld in den Rechen wirft. Dieser Geld wird dringend anweitig benötigt (neue Klinik, neues Rathaus, neue Straßenbeläge u.v.a.) Ich bin überzeugt, dass wir das neue Polizeipräsidium nur deshalb nicht bekommen hat, weil man ohne Schaden an Stoßdämfer ua. auf der Waldstraße nicht zu einem Präsidium gelangt. In beiden Stadtzentren sind überquellende Mülleimer ein Schandbild. Aber Millionen für einen Eispalast und hunderttausende € jährlich für das eerbähmliche Spiel. Deshalb wäre ein Abstieg am sinnvollsten.