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Villingen-Schwenningen Virtuelle Stolpersteine als Kunst mit politischem Statement

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Mit Aufklebern auf Regenrinnen samt QR-Codes lenken Felix Faißt (links) und Johannes Hebsacker Smartphone-Nutzer auf ihre virtuellen Stolpersteine im Internet. Foto: Zieglwalner Foto: Schwarzwälder-Bote

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Von Martina Zieglwalner Villingen-Schwenningen. Aus einem Kunstprojekt für die St. Ursula-Schule hat sich eine politische Aktion entwickelt, die über Deutschland hinaus Aufmerksamkeit findet: Mit dem Internetauftritt "Virtuelle Stolpersteine" erinnern die Abiturienten Johannes Hebsacker aus Villingen und Felix Flaig aus Fischbach an die jüdischen Opfer des Faschismus in Villingen und haben Aufkleber an Regenrinnen bei ihren ehemaligen Wohn- und Wirkungsstätten in der Innenstadt verteilt.

Die Etiketten mit dem Villinger Wappen und dem Davidstern tragen einen so genannten QR-Code, über den das Smartphone direkt auf die Internetseite mit Informationen über die früheren Bewohner landet. Exemplarisch haben die Schüler sechs Lebensläufe von Familien zusammengestellt, die das Schicksal der jüdischen Gemeinde nicht nur in der Zähringerstadt widerspiegelt: von der Flucht über die Deportation ins KZ bis zum Tod in der Gaskammer, nur wenigen gelang der Neuanfang in Südamerika oder Israel. Bilder von damals sind heutigen Hausansichten gegenübergestellt.

Tausende von Clicks hat die Seite inzwischen, in Kommentaren zollen nicht nur Menschen aus der Doppelstadt, die sich für die Stolpersteine einsetzen, den Jugendlichen Anerkennung für ihr Engagement, sondern auch aus Berlin, Frankreich oder den USA kommen Reaktionen. Dieses gewaltige Echo habe sie überrascht, geben die 18-Jährigen zu. Zunächst hätten sie nur als Medienprojekt für Bildende Kunst an eine Geocaching-Route gedacht, eine Suche jüdischer Spuren per GPS-Gerät. Doch mit Unterstützung ihrer Kunstlehrerin Anna-Maria Saurer und des Geschichtslehrers Heinrich Schidelko, der ihnen Material früherer Arbeitsgruppen zur Verfügung stellte, habe das Projekt dann diese Form angenommen. Auch Dank Heinz Lörchers, dessen Recherchen den Biografien zugrunde liegen.

Erstaunt sind die beiden, wie viele Menschen ihnen Hilfe angeboten haben, die auf die Seite gestoßen sind. "Die durchweg positive Rückmeldung ist extrem schön", stellt Johannes Hebsacker fest. Mulmig sei ihnen schon gewesen, mit diesem virtuellen Denkmal die Entscheidung des Gemeinderats zu umgehen, schildert Felix Faißt anfängliche Bedenken. Denn natürlich verstehen sie ihre künstlerische Performance durchaus als politische Aktion, die sie zur Diskussion stellen. Und die sich noch entwickeln kann. Zwar sei das Projekt für sie fast abgeschlossen, nicht zuletzt wegen des nahenden Abiturs. Aber vorstellbar ist es für die Jugendlichen, dass sie selbst oder andere die Seite eines Tages fortschreiben und mit weiteren jüdischen Schicksalen füllen.

Weitere Informationen: http://virtuellestolpersteine.wordpress.com

 
 

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Cornelia Spitz

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