Von Martina Zieglwalner Villingen-Schwenningen. In der Causa Hess AG hat die Staatswanwaltschaft Mannheim gestern in Vilingen Privatwohnungen und Büros des vom Aufsichtsrat gefeuerten Vorstandsvorsitzenden Christoph Hess und des ebenfalls abgesetzten Finanzvorstands Peter Ziegler durchsucht.

Es gehe nicht mehr nur um den Verdacht der Bilanzfälschung, sondern zudem um den Vorwurf des Kapitalanlagebetrugs, erklärte Peter Lintz, Erster Staatsanwalt bei der Mannheimer Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminialität. Der Paragraph 264a des Strafgesetzbuches sehe für die unrichtige Darstellung des Vermögensstands in Prospekten eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren vor, so Lintz.

Der Anfangsverdacht gegen den Leuchtenhersteller habe für den richterlichen Durchsuchungsbefehl ausgereicht, um Beweismaterial zu sichern. Doch die Firma zeige sich kooperativ und stelle der Staatsanwaltschaft die Unterlagen zur Verfügung. Die Unternehmensführung sei selbst daran interessiert, den im Raum stehenden Vorwurf, gegen Bilanzierungsregelungen verstoßen und die Zahlen in den Geschäftsberichten 2011 und 2012 manipuliert zu haben, aufzuklären, und habe bereits eigene Untersuchungen auf den Weg gebracht. Das Ermittlungsverfahren sei eingeleitet, über welchen Zeitraum es sich hinziehe, lasse sich jedoch noch nicht absehen, betonte der Erste Staatsanwalt. Klar sei, dass gerade auch die Geschädigten aus der Region ein massives Interesse an einer möglichst schnellen und lückenlosen Aufklärung der Vorgänge hätten.

Die Hess-Aktien waren im Herbst 2012 für 15,50 Euro je Stück auf den Markt gekommen. Gestern Abend lag der Wert bei 7,10 Euro. Das bedeutet einen Kursverlust von mehr als 50 Prozent.