Villingen-Schwenningen Schüler lernen mit 3D-Brillen

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Freuen sich auf die Arbeit mit der neuen Technik: Schulleiter Thomas Ettwein (rechts) und Lehrer Norman Singer. Foto: Wagener Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Fabian Wagener

Lernen in 3D: An der Feintechnikschule wird ein sogenannter Cyberclassroom eingerichtet. Für den Unterricht bedeutet das vor allem eins: mehr Wirklichkeit.

VS-Schwenningen. Wie ist ein Atom eigentlich genau aufgebaut? Wie muss man sich einen DNA-Strang vorstellen? Und was sind Moleküle? Es gibt Dinge, die sind im Schulunterricht nicht ganz einfach zu vermitteln – auch nicht mit Tafel oder Lehrbuch. Die Feintechnikschule in Schwenningen bekommt nun eine neue technische Ausstattung, mit deren Hilfe derart komplexe Zusammenhänge weit verständlicher darstellbar sein dürften: einen sogenannten Cyberclassroom.

Was zunächst ein wenig wie Science-Fiction klingen mag, ist technisch gesehen auf den ersten Blick gar nicht mal so revolutionär. Der Cyberclassroom besteht aus Komponenten, die schon fast als Standard gelten können: aus einem Stereo-3D-Fernseher, einem leistungsstarken Rechner, 3D-Brillen und herkömmlichen Steuerungen von Spielkonsolen. Das Besondere ist vielmehr die Software, die für Fächer wie Physik, Chemie, Biologie, Astronomie und Fertigungstechnik interaktive Lernmodule bereitstellt. Im Zusammenspiel mit den 3D-Brillen und dem Fernseher können so unterschiedliche Dinge dreidimensional dargestellt werden. "Vieles, was schwierig vorzustellen ist, ist damit gut darstellbar. Das ist eine enorme Erleichterung", sagt Thomas Ettwein, Schulleiter an der Feintechnikschule. Und Norman Singer, Lehrer für Chemie und Umwelttechnik, meint: "Man kann damit mehr Wirklichkeit darstellen."

Ein Beispiel: Mit dem Cyberclassroom kann ein Lehrer Atome ganz anders erklären. Durch die 3D-Brille können Schüler Atome von allen Seiten und in der Tiefe sehen, erläutert Christoph Gawel, Mitarbeiter bei der Firma Imsimity, ein Softwareentwickler und Lösungsanbieter für interaktive, digitale Anwendungen aus St. Georgen, der den Cyberclassroom an der Feintechnikschule einrichtet. Die Tiefenwahrnehmung, so Gawel, steigere den Lerneffekt. "Außerdem können die Schüler die Atome drehen, selber zusammenbauen, Informationen abrufen und Aufgaben lösen."

Von dem Nutzen des rund 10 000 Euro teuren Cyber­classrooms, von dem es in Baden-Württemberg mittlerweile rund zehn Stück gibt, sind auch Ettwein und Singer überzeugt. Lehrer könnten damit komplexe Zusammenhänge den Schülern weit besser vermitteln, sagen sie. Er werde natürlich nicht alles ersetzen, sei aber eine wichtige Ergänzung.

Läuft alles nach Plan, wollen sie die neue Technik bereits auf der "Jobs for Future"-Messe vom 10. bis 12. März präsentieren – und noch in diesem Schuljahr im regulären Unterricht einsetzen.

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