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Villingen-Schwenningen Selbsthilfegruppe für Adoptiveltern

Tina Mauthe, vom 02.08.2010 07:30 Uhr
Adoptivkinder sind schnell in die Familie integriert. Aber sie müssen damit leben, dass sie von der eigenen Mutter abgelehnt wurden. Psychotherapeutinnen in Mönchweiler nehmen sich jetzt des Tabuthemas an. 
 Foto: dpa
Adoptivkinder sind schnell in die Familie integriert. Aber sie müssen damit leben, dass sie von der eigenen Mutter abgelehnt wurden. Psychotherapeutinnen in Mönchweiler nehmen sich jetzt des Tabuthemas an. Foto: dpa

Schwarzwald-Baar-Kreis - Adoptierte und Adoptiveltern, ihre Ängste, ihre Probleme: Nach wie vor ist dies ein Tabuthema, dem sich jetzt zwei Psychotherapeutinnen aus Mönchweiler widmen möchten. Zum ersten Kennenlern-Termin kamen immerhin 13 Personen aus der gesamten Region.

"Es sieht so aus, als ob sich daraus eine Selbsthilfegruppe entwickelt", berichtete Hortense Huget auf Anfrage des Schwarzwälder Boten. "Solche Eltern und Kinder haben ganz andere Schwierigkeiten als Familien, die leibliche Kinder großziehen", erklärte Hortense Huget, die mit ihrer Kollegin Lilli Werle eine psychotherapeutische Gemeinschaftspraxis in Mönchweiler führt. Beide haben nach mehrjähriger Ausbildung ihre staatliche Prüfung zur Heilpraktikerin abgelegt. Huget spricht dabei aus Erfahrung.

Flucht in Traumwelten oft die Folge

Neben zwei Söhnen im Alter von 30 und 40 Jahren hat sie auch zwei Mädchen aus Vietnam und Sri Lanka groß gezogen. Aufgrund vieler Kontakte zu anderen Adoptiveltern kennt sie deren schlechtes Gewissen, wenn sie dem Kind mal etwas forscher Grenzen aufzeigen müssen. Eine konsequente Erziehung, auf die das Kind mitunter mit Trotz reagiert. "So etwas hätte meine richtige Mutter nie gemacht". Eine Flucht in Traumwelten sei oft die Folge, fügt Huget hinzu.

1972 adoptierte sie ihre erste Tochter, 1982 die zweite. Erst danach habe sie das Gefühl gehabt, "dass meine Persönlichkeit rund geworden ist." In Vietnam selbst habe sie das eine Mädchen aus einem Waisenhaus geholt und erschütternde Szenen miterlebt. "Auf der Säuglingsstation ist ein Kind nach dem anderen gestorben." Im Saal mit den verwaisten Kleinkindern streckten viele Buben und Mädchen die Ärmchen nach der Deutschen: "Alle wollten auf den Arm genommen werden."

Die Integration der beiden Mädchen in die Familie hätte besser nicht sein können, erzählt sie. "Es entstand sehr schnell ein super tolles Verhältnis", erinnert sich Hortense Huget. Dennoch bleibt immer das Gefühl der adoptierten Kinder, "irgendwann mal abgegeben und von der eigenen Muter abgelehnt worden zu sein". Aufgrund ihrer Erfahrungen möchte sie anderen Menschen Hilfestellung geben, unterstützt von ihrer Kollegin Lilli Werle.

Das nächste Treffen von Adoptiveltern und Adoptierten findet am Dienstag, 14. September, um 19.30 Uhr in der psychotherapeutischen Gemeinschaftspraxis Huget/Werle, Fichtenstraße 36/1 in Mönchweiler statt.

Kommentare (2)
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SEP
01
14:39 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
Was will der Artikel eigentlich sagen???
Ich habe selten einen Artikel gelesen, der derart von einem Thema zum nächsten hüpft und unzusammenhängende Informationen wild verstreut einbringt. Das führt eindeutig dazu, dass die eigentliche Aussage des Artikels äußerst schwer zu erfassen ist. Ich finde es toll, dass die zwei Psychotherateutinnen ein vorhandenes Problem von Adoptivfamilien angehen, und dass dieser Artikel über ihr Projekt berichtet. Überflüssig und wenig förderlich dabei ist die mehrjährige Heilpraktikerausbildung zu erwähnen. Hinzu kommt die Frage, wer das Ganze als ein Tabuthema betrachtet und wieso eigentlich!?! Ich hoffe, der Autor / die Autorin nimmt mir meine Kritik nicht übel, aber das geht besser.
AUG
01
22:58 Uhr, geschrieben von Patricia Schmidt
"Adoption" Konfrontation mit der "Wirklichkeit"
Ein Buch, welches über die Konfusität der Gefühle Adoptierter berichtet, für eine frühe Aufklärung plädiert und Hilfestellung für alle am Adoptionsprozess Beteiligten fordert. "Adoption" Konfrontation mit der "Wirklichkeit“, zeigt die Identitätsproblematik Adoptierter auf, sowie Ihre Strategien zur Bewältigung der Trennung von biologischer Herkunft und sozialer Zugehörigkeit. Ein Leben voller Phantasien als Schutz vor geheimen Sehnsüchten oder Ängsten! Diese Träume und Phantasien (entwicklungskonform) bestimmen die Adoptionsszene, sind manchmal hilfreich, letztlich aber dann zerstörend, wenn sie nicht der Realität weichen können. Irgendwann beginnt sie, die schmerzhafte, ruhelose Suche. Für den Adoptierten ist klar, es ist wichtig, die Wahrheit zu kennen und mit der Wirklichkeit konfrontiert zu werden. Der Abschied von den geträumten und phantasierten Eltern kann erst erfolgen, wenn alle sich in Wirklichkeit gegenüberstehen. © Patricia Schmidt „Adoptierte“ Autorin des Sachbuches "Adoption" Konfrontation mit der "Wirklichkeit" http://www.patricia-schmidt-autor.de
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