Villingen-Schwenningen - Der Winter hat die Stadt seit gestern fest im Griff. Nach den nächtlichen und morgendlichen starken Schneefällen hatten die Mitarbeiter der Technischen Dienste (TDVS) der Stadt und zehn Privatunternehmen allerhand zu tun.

Morgens um 3 Uhr sei es mit 30 Fahrzeugen in Villingen und 22 in Schwenningen losgegangen, berichtete Joachim Debus von der TDVS. Bis 14 Uhr waren allein in Schwenningen 36 Mitarbeiter unterwegs, um die Straßen und Wege von den Schneemassen zu befreien.

Zuerst kamen die Hauptstraßen und Buslinien dran, dann nach Priorität die anderen Straßen. In Schwenningen waren fünf kleine Fahrzeuge mit Handkolonnen von je drei Mann unterwegs, in Villingen sechs. Sie räumten öffentliche Gehwege und Bushaltestellen. Am späten Vormittag zwischen 10 und 12 Uhr habe sich die Situation noch einmal zugespitzt. In dieser Zeit kam viel Schnee in relativ kurzer Zeit herunter. Die Straßen in der Stadt waren im Nu weiß und es ging nur im Schneckentempo voran.

Um 17 Uhr wurde noch einmal eine Streurunde auf den Hauptstraßen und Buslinien gefahren, denn die Temperaturen hatten schon wieder angezogen, so dass die Straßen glatt wurden. Pro Streufahrzeug werden vier Kubikmeter Salz geladen. Eineinhalb Ladungen je Tour seien erforderlich, so Debus. Je nach Schneefall rücken die Männer heute Nacht ab 3 Uhr wieder aus.

Räumfahrzeug kommt oft nicht durch

Auf ihren Touren erleben sie allerhand, weiß Joachim Debus. Da drohen die Anwohner mit der Schneeschaufel, wenn die weiße Pracht vor die Einfahrt geschoben wird. Unvernünftige Autofahrer parken enge Straßen beidseitig zu, so dass ein Räumfahrzeug erst gar nicht durchkomme. Da heiße es immer wieder, Ruhe bewahren und freundlich bleiben, auch wenn bei den Fahrern nach vielen Stunden Arbeit hinterm Steuer ihres Räumfahrzeuges die Nerven blank liegen.

Die Polizei hatte laut Pressesprecher Harry Hurtz nicht allzu viele Vorkommnisse aufgrund des Schnees zu vermelden. Ganz offensichtlich seien die Autofahrer vorsichtig gefahren und hätten ihre Geschwindigkeit an die Witterung angepasst, freute sich Hurtz.

Trotzdem seien einige Fahrzeuge hängen geblieben, sei es, weil sie keine guten Winterreifen hatten oder die Situation unterschätzten. Dies werde sich nicht vermeiden lassen. "Einzelfälle gibt es immer wieder."

Eines der Verkehrsopfer ist eine 56-jährige Frau, die mit ihrem Auto am Mittwoch gegen 21.40 Uhr an einem Bahnübergang im Zollhäusleweg falsch abbog, so dass sie auf den Schienen und im Gleisbett landete und den Bahnverkehr blockierte. Ein herannahender Zug konnte im Bahnhof Schwenningen gerade noch rechtzeitig gestoppt werden.

Die 56-jährige fuhr laut Polizei Richtung Bad Dürrheim und bog bei Dunkelheit und Schneetreiben in der Annahme, sie sei schon an der gewünschten Einmündung, nach rechts Richtung Bad Dürrheim ab. Zu früh. Sie befand sich mitten auf einem Bahnübergang und holperte ins Gleisbett, wo sie mit ihrem Auto stecken blieb.

Der Zugverkehr musste angehalten und für etwa 30 Minuten unterbrochen werden. Zur Bergung des Fahrzeugs war ein Abschleppwagen notwendig. Nach bisherigen Erkenntnissen entstand am Auto nur ganz geringer und an den Bahnanlagen kein Sachschaden.