
Von Hermann Colli VS-Villingen. Noch sind die wertvollen Historienbilder von Albert Säger nicht in der Zehntscheuer der Narrozunft zu bewundern, aber die Vorfreude darauf ist schon groß. Das zeigte sich, als der Geschichts- und Heimatverein (GHV) 3000 Euro für die Restaurierung eines der Bilder übergab. Der Vorsitzende des GHV, Günter Rath, freute sich, dass das Vorhaben, das vor gut einem Jahr Doris Feld angestoßen hatte, auf eine so große Resonanz gestoßen sei. Die Idee, die seit Jahrzehnten im Museum aufbewahrten Bilder, die einst im ehemaligen Bürgerlichen Brauhaus Maierhof die Wände zierten, wieder in den Blickwinkel der Öffentlichkeit zu rücken, sei schon jetzt zu einem Erfolg geworden, denn für drei der sieben großflächigen Gemälde ist die Finanzierung gesichert. Der GHV, so Rath, erfülle mit seiner 3000-Euro-Spende eine seiner wichtigen Aufgaben, nämlich Stadtgeschichte transparent und erfahrbar zu machen.
Mit dem Maler Albert Säger fühlt sich der GHV seit jeher sehr verbunden, das brachte Rath auch gegenüber der anwesenden Großnichte Sägers, Hanni Hirt, zum Ausdruck. Mit 3000 Euro übernimmt der GHV die Hälfte der Restaurierungskosten für Sägers historisches Bild vom glanzvollen Einzug Kaisers Maximilian im Jahre 1499 in Villingen. Das Gemälde ist rund 3,50 Meter breit und 1,80 Meter hoch.
Die Leinwand sei, wie Restauratorin Ina Sahl erläuterte, in gutem Zustand, das Bild habe aber doch etliche Mängel. Gelockerte Fehlstellen müssten ersetzt und befestigt werden. Durch Nikotindämpfe habe das Kunstwerk einen vergilbten Überzug bekommen, der beseitigt werden müsse. "Das Bild wird nachher viel heller und sehr schön", verspricht die Restauratorin.
Durch die GHV-Spende ist die Finanzierung gesichert. Für diese Maßnahme gibt es vom Land einen Zuschuss von rund 3000 Euro. Allerdings kann dieser fest zugesagte Zuschuss erst 2013 beantragt werden. Es ist also Geduld gefordert.
Der Leiter des Franziskanermuseums, Michael Hütt, nahm die Spende entgegen. Er ist begeistert von der Initiative des GHV und der Narrozunft. Es sei bisher nicht möglich gewesen, die großflächigen Historienbilder aufzuhängen. "Jetzt haben wir mit der Zehntscheuer einen hervorragenden Ort gefunden, wo sie der Öffentlichkeit präsentiert werden können, das ist eine Superlösung", schwärmt Hütt.
Große Freude auch bei der Narrozunft. Zunftmeister Joachim Wöhrle: "Die Bilder werden wie früher im Maierhof die Besucher und Gäste in der Zehntscheuer, wo ja auch eine Wirtschaft eingerichtet wird, erfreuen."