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Villingen-Schwenningen s'Rössle: Bürgerinfo erst im nächsten Jahr

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Von den weiteren Plänen rund um die Stadtbibliothek (rechts) hängt auch der Fortschritt beim ehemaligen ’sRössle-Einkaufscenters ab. Foto: Kratt

VS-Schwenningen - Um die Pläne für das Forum Villingen-Schwenningen, dem Nachfolgeprojekt des seit mehr als zehn Jahren stillgelegten ’sRössle-Einkaufszentrums, ist es ruhig geworden.

Die Bürger hatten gehofft, noch in diesem Herbst bei einer Bürgerinformationsveranstaltung im noch bestehenden ’sRössle-Bau die neuesten Entwicklungen zu erfahren. Doch daraus wird dieses Jahr nichts mehr. Harald Ortner, Geschäftsführer der HBB Hanseatischen Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft, die dem "lahmen Gaul" auf die Beine helfen will, teilte auf Anfrage mit, dass sich die "vorgesehene Bürgerinformationsveranstaltung leider in das Frühjahr 2018 verschieben wird, da wir diese parallel zur Offenlage des Bebauungsplanes machen wollen." Es gebe noch ein paar Themen abzuarbeiten, meinte Ortner. "Vor Weihnachten kriegen wird das nicht mehr hin." Diese Verzögerung sei allerdings nichts Ungewöhnliches bei einem derartigen Projekt.

Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, spielen die stockenden Verhandlungen mit den Teileigentümern in der benachbarten Stadtbibliothek eine Rolle, die auf die Angebote der HBB nicht eingehen wollen. Wie bereits berichtet, sind einige davon nicht bereit, ihre Geschäftsflächen gegen einen Ersatz zu verkaufen. Die Flächen sind aber notwendig, um das jetzige Bibliotheksgebäude in die Planungen für das Forum Villingen-Schwenningen zu integrieren. Die HBB ist bereits vom ursprünglichen Plan abgekommen, das Gebäude abzureißen.

Die Verhandlungen mit den Eigentümern liefen noch, teilt die Pressestelle der Stadt mit. Erst wenn ein Ergebnis mit den Eigentümern erzielt werde, könne auch die Bürgerinformationsveranstaltung stattfinden.

Noch weit von einem Ergebnis entfernt sehen sich derweil die Teileigentümer. Sie kritisieren vor allem den Kommunikationsfluss vonseiten der HBB. "Ich würde gerne so langsam wissen, woran ich bin", sagt die Inhaberin der Milan Mode Boutique, Gordana Mihajlovic. Die HBB wisse selber nicht, was sie wolle und habe noch nie konkrete Pläne vorgelegt, an denen sich die Eigentümer orientieren können. Noch vor einigen Monaten habe es geheißen, dass ein möglicher Umbau das Modegeschäft nicht betrifft, bei den jüngsten Gesprächen jedoch schon.

Gegen einen Abriss mit anschließendem Neubau oder eine grundsätzliche Modernisierung des Gebäudes habe sie nichts, meint Mihajlovic, schließlich sei es alt und überholungsbedürftig. Die Hauptsache sei, dass sie ihren Standort behalten kann. "Wer gibt schon diese Lage auf und zieht ins Center, das möglicherweise wieder schließt?", fragt sie provokant.

Auch Lothar Hauser, Geschäftsführer des Optikers Die Brille, kritisiert, dass den Eigentümern alle drei bis vier Monate eine Konzeption vorgelegt werde. Er verweist zudem auf die erforderliche Einstimmigkeit aller acht Teileigentümer, wenn am Gebäude etwas verändert wird. Bei einer ersten Option, eine Seite anzuschrägen, seien die Eigentümer offen gewesen. Nun solle "etwas Richtung Mall" gemacht werden, das sei schwierig. "Die Lösung muss für uns alle akzeptabel sein", meint Hauser. Das schließe auch aus, dass das Geschäft möglicherweise während der Bauphase schließen muss.

Und noch ein Geschäft wartet auf nähere Informationen des Investors: das Unternehmen City Taxi neben dem ’sRössle-Tiefgarageneingang. Denn bisher habe Inhaber Wadih Naser-Eddeen nur aus der Zeitung von den Abriss- und Neubauplänen des Einkaufscenters erfahren. "Wir sind gespannt, wann sich der Investor bei uns meldet."

Das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart hat in der vergangenen Woche der Stadt VS mitgeteilt, dass es sich bei der 1978-80 erbauten Stadtbibliothek Schwenningen um kein Kulturdenkmal handelt, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Die Landesbehörde hat das Objekt auf Initiative eines Bürgers auf seine Kulturdenkmaleigenschaft geprüft und ist zu dem Schluss gekommen, dass das Gebäude "zwar eine interessante Mischung aus regionalen und zeittypischen Elementen zeigt, die aber tatsächlich nur wenige neue, in Richtung Postmoderne weisende Ideen aufgreift und damit noch sehr stark den Vorstellungen der 1960er und 1970er Jahre verhaftet bleibt". Zudem hat das Bauwerk "verschiedene Ästhetik, Funktionsweise und topographische Einbindung störende Veränderungen erfahren". Insbesondere ist die ursprünglich gewollte Ästhetik an verschiedenen Stellen verfälscht: Die ursprünglichen dunkelbraunen Holzfenster wurden durch türkisfarbenen Alu-Fenster ersetzt, das charakteristische Drahtsicherheitsglas der Oberlichter durch Verbundsicherheitsglas. Einen weiteren Eingriff in die Gestaltung der städtebaulichen Situation bedeutet die Anlage eines Kreisverkehrs hinter der Bibliothek.

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