Villingen-Schwenningen Reiche Beute mit dem "Enkeltrick"

Schwarzwälder-Bote, 27.04.2012 11:01 Uhr

Villingen-Schwenningen - Momentan treiben in Villingen Betrüger ihr Unwesen, die mit dem sogenannten Enkeltrick versuchen, an das Bargeld gutgläubiger Senioren zu kommen.

Der Enkeltrick ist laut Polizei "eine besonders hinterhältige Form" des Betrugs, der für die Betroffenen unter Umständen große finanzielle Folgen haben könne. Mit den Worten "Rate mal, wer hier spricht" oder ähnlichen Formulierungen rufen die Betrüger vorwiegend bei älteren Mitmenschen an, geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht. Durch eine geschickte Gesprächsführung manipulieren die Betrüger die anfangs skeptischen Angerufenen, und wenn diese bereit sind Geld herauszugeben, wird ein Bote angekündigt, der sich mit einem zuvor vereinbarten Kennwort ausweist und das Geld abholt.

Mit genau dieser Masche erbeuteten die Betrüger Anfang der Woche in Villingen mehrere tausend Euro. Eine 73-jährige Frau erhielt von einer litauischen Festnetznummer aus einen Anruf, angeblich vom Freund der Enkelin, der vorgab, einen Unfall mit einem Mädchen gehabt zu haben. Um eine Anzeige abzuwenden, benötige er dringend 10 000 Euro. Es folgten mehrere Telefonate, wobei während des letzten Anrufs auch schon der angekündigte Geldabholer klingelte, um die vermeintliche Auslösesumme in Empfang zu nehmen.

Glücklicherweise konnte die hilfsbereite Frau nur einen Teil der geforderten Summe aufbringen, sonst wäre der Schaden noch höher gewesen.

In einem zweiten Fall gingen die Täter leer aus. Hier war es der angebliche Sohn, der dieselbe Geschichte auftischte und dieselbe Forderung stellte.

Die unmittelbar bevorstehende Geldübergabe scheiterte. Der Angerufenen gelang es, noch vor Eintreffen des Abholers ihren richtigen Sohn zu erreichen.

Die Polizei rät älteren Menschen:u Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen.u Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.u Halten Sie nach einem Anruf, der finanzielle Forderungen umfasst, mit Ihren Familienangehörigen Rücksprache.u Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.u Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt: Notrufnummer 110.

Weitere Informationen:

www.polizei-beratung.de

 
 
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