
Die Gewerkschafter nehmen mit ihren Vorwürfen die BAM Deutschland AG als Generalunternehmer und die DBD Partener SRL als Subunternehmer ins Visier. Die Erstgenannte ging aus einer Fusion der Müller/Altvatter Bauunternehmung mit der Wayss & Freytag Schlüsselfertigbau hervor und hat ihren Sitz in Stuttgart. Der Subunternehmer ist in Rumänien ansässig und verfügt über eine deutsche Niederlassung in Gotha. Zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen äußerten sich die Firmen bis zum gestrigen Redaktionsschluss nicht.
Die BAM bestreite die Forderung der entlassenen Rumänen. "Die sollen jetzt Aufschriebe vorlegen über jeden Tag, den sie gearbeitet haben", empört sich Zacher über das Gespräch mit dem Justitiar der Firma. Außerdem sollten Kollegen, die noch auf der Baustelle tätig sind, die Wahrheit dieser Aufschriebe bezeugen.
Klinikum-Geschäftsführer Rolf Schmidt ist wenig begeistert von den Querelen auf der Großbaustelle. "Die Firma BAM sagt, sie zahle den Tariflohn korrekt, wie es im Tarifvertrag steht. Und ich kann bei dem rumänischen Subunternehmer nicht in die Lohnunterlagen schauen", so Schmidt auf Nachfrage. BAM habe ihm zugesagt, dass den vier entlassenen Arbeitern der ausstehende Augustlohn bezahlt werde. "Das dauert normalerweise Monate."
"Den vier Rumänen wurde gesagt, sie könnten ihre Lohnansprüche ja zuhause geltend machen", erzählt Mihai Balan. Das will aber keiner von ihnen. Sie wissen von Kollegen, die sich auf diese Aussagen verlassen haben und immer noch auf ihr Geld warten.
Dank des Einsatzes der beiden Gewerkschafter und auch des Klinikum-Geschäftsführers bleibt den vier Entlassenen dieses Los erspart. Vorgestern händigte ein Vertreter des rumänische Subunternehmers 4000 Euro Abschlagszahlungen aus. "Diese Summe basiert auf einem Achtstunden-Arbeitstag", sagt Zacher. Die Rumänen gaben an, bis zu zehn Stunden am Tag arbeiten zu müssen.