Schwarzwald-Baar-Kreis - Die Patienten wurden in drei Kategorien eingeteilt: Sitzfähige, Gehfähige und Liegende.

Entsprechend bereitet das Schwarzwald-Baar-Klinikum den Umzug von 300 Patienten am Wochenende, 20. und 21. Juli vor. Bis dahin sollen aber die beweglichen Gegenstände schon im Neubau untergebracht sein. Zur Eröffnung am 6.Juli mit 500 geladenen Gästen erwarten Ministerpräsident Winfried Kretschmann in der neuen Eingangshalle bereits die modernsten medizinischen Großgeräte in Radiologie und Computertomographie.

Die Bauarbeiten, so Geschäftsführer Rolf Schmid in einer Pressekonferenz, befinden sich jetzt in der Schlussphase: »Es geht sehr hektisch zu.« Der Zeitplan und der Kostenrahmen wurden im Wesentlichen eingehalten. Im April/Mai erfolgt die Baufertigstellung, dann kommen Abnahme und technische Inbetriebnahme. Komplexe Gebäudetechnik- und Brandschutzmaßnahmen sind im Neubau untergebracht.

Die Integraltestphase schließt sich an, im Mai/Juni soll die Nutzerinbetriebnahme erfolgen. Das heißt, die Mitarbeiter, die vorher intensiv geschult werden, machen sich mit der neuen Technik vertraut. »Das ist eine gewaltige logistische Herausforderung«, so Schmid. Güter- und Patientenumzug sollen allerdings getrennt werden. In allen Stationen des Klinikums gibt es bereits Umzugsbeauftragte. Momentan, so der kaufmännische Leiter des Klinikums, Matthias Geiser, »finden Gespräche mit Speditionen statt.« Bisher stehen nur die Kosten für den Umzug fest: 1,5 Millionen Euro. Wieviele Lastwagen mit beweglichen Gütern fahren werden? Das kommt auf das Angebot an.

Insgesamt 30 000 »Streugüter« ziehen um. Ein »Kernteam Umzug« bereitet das Ereignis vor, DRK und eine weitere Firma sind mit ihm Team. an den beiden »Hauptumzugstagen« sollen neben den Patienten nur die Güter umziehen, die für die unmittelbare Patientenversorgung benötigt werden.

Das Klinikum rechnet damit, dass einige Patienten nicht transportfähig sein werden, beispielsweise Frühgeborene. Für sie wird ärztliche Versorgung an den bisherigen Standorten in Villingen und Schwenningen aufrecht erhalten, solange es notwendig ist. »Es geht nicht nach dem Motto ›Fahr oder stirb‹«, beruhigte Margita Geiger, ärztliche Referentin der Geschäftsführung.

Eine Zeitlang wird ein eingeschränkter Parallelbetrieb aufrecht erhalten. Mit DRK-Wagen oder auch in ärztlicher Begleitung werden die Kranken transportiert. Der Rettungshubschrauber zieht auch um. Die lustigste Frage, die Rolf Schmid bei einer Führung durch den Neubau hörte,war: »Wie kommt der Rettungshubschrauber in den Tunnel, wenn die Patienten durch den Tunnel ins Klinikum transportiert werden?«

Während des Umzuges können die Patienten selbstverständlich besucht werden, allerdings sollten sie ihre Habseligkeiten beim Umzug möglichst auf ein Minimum beschränken.

Unter den beweglichen Gütern des Klinikums sind ein paar ungewöhnlich. Beispielsweise das Archiv der Pathologie, schildert Margita Geiger. Während sie den Bettenumzug als »nicht so stressig beschreibt, stellt das Rechenzentrum mit Datenbank die Mitarbeiter, insgesamt 2000 sollen es im neuen Klinikum sein, vor Herausforderungen. Die Mitarbeiter werden geschult, der Betrieb soll zwei Wochen nach dem Umzug der Patienten reibungslos laufen. Statt eines Tages der offenen Tür sollen an drei Tagen nach der offiziellen Eröffnung 100 Führungen für die Bevölkerung veranstaltet werden. Außer den Standorten Villingen und Schwenningen wird die Gefäßchirurgie Donaueschingen umziehen. Die Apotheke und die Klinik für Strahlentherapie werden erst nach den Sommerferien umziehen.