Von Felicitas Schück Schwarzwald-Baar-Kreis . Sollten Menschen ohne Arbeit flexibler sein? 30 Kilometer zur Arbeitsstelle und zurück, das hält Erika Faust für zumutbar. Aber die Verkehrsinfrastruktur begünstigt Pendler oftmals nicht.

"Die Verkehrsinfrastruktur im Kreis", so findet die Chefin der Agentur für Arbeit Rottweil-Villingen-Schwenningen allerdings, "könnte manchmal besser sein." Beispielsweise wenn jemand von Blumberg nach Furtwangen zur Arbeit fahren muss.

"Ich würde mir wünschen", so Faust, "dass wir das Thema Mobilität noch mal aufgreifen." Sie wünscht sich eine gemeinsame Anstrengung von Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Kommunen und Firmen, um Verbesserungen zu Frage "Wie komme ich von A nach B im Schwarzwald-Baar-Kreis" zu erreichen und zu erwirken, dass der Kreis in Bezug auf die Verkehrsinfrastruktur besser aufgestellt sei. "Der Ringzug ist die eine Sache, die Gäubahn die andere.

"Die Menschen wollen was Urbanes"

In Schönwald habe sie beispielsweise beobachtet, dass vor einem Bauernhof vier bis fünf Pkw parkten, die alle von der Familie benötigt wurden. "Die Menschen wollen was Urbanes und um die Urbanität zu bieten, muss man vom Fleck kommen", meint sie und findet, dass man ohne Auto im ländlichen Raum "festgebunden" sei.

"Ich träume von einem Flugmotorrad", berichtet sie eine Vision. Das Thema Mobilität und Attraktivität urbaner Räume sei angesichts des ständig steigenden Wegzugs von Kreisbürgern und des demografischen Wandels ernst zu nehmen. "Immerhin ist seit 2006 ungefähr eine kleinere Gemeinde in der Größenordnung von Brigachtal von hier weggezogen."