Villingen-Schwenningen Offener Brief: Flüchtlinge sollen in Schwenningen bleiben

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Die Unterkunft in der Schubertstraße kann ab Februar bezogen werden. Foto: Hennings

VS-Schwenningen - Die Gemeinschaftsunterkunft in der Schubertstraße steht kurz vor der Fertigestellung und kann voraussichtlich ab Februar bezogen werden (wir berichteten). In einem Schreiben mit Unterschriftenliste an den Landrat wollen nun die Ehrenamtlichen, die in der BEA auf dem Schwenninger Messegelände tätig sind, sich für die dort verbleibenden 130 Flüchtlinge stark machen: Diese sollen die Möglichkeit erhalten, die 120 vorhandenen Plätze in der Schubertstraße zu bekommen.

Ein Flüchtling hat Heimweh - er will zurück nach Schwenningen

Denn: Viele der auf der Messe untergebrachten Flüchtlinge befänden sich bereits seit geraumer Zeit dort, hätten sich mittlerweile in Schwenningen eingelebt und für einige ergebe sich hier bereits eine Zukunftsperspektive, heißt es in dem Schreiben, das zudem auf die logistischen Vorteile der Übersiedlung von der Messe ins nahegelegene Industriegebiet verweist.

Auf diese Möglichkeit aufmerksam geworden, so berichtet Sprachlehrer Burkhard Knutzen, seien die Ehrenamtlichen durch einen ehemaligen syrischen Flüchtling, der nach seinem Aufenthalt auf der Messe einer Gemeinschaftsunterkunft im Kreis Esslingen zugewiesen wurde. "Ihn hat aber solch ein Heimweh gepackt, dass er in den Weihnachtsferien wieder nach Schwenningen gekommen ist", erzählt Knutzen.

Ob die Ehrenamtlichen mit ihrer Initiative beim Landrat Erfolg haben werden, werde sich zeigen, ist ihnen doch das Zuständigkeitsproblem bekannt: "Kein Mensch weiß, wer wofür zuständig ist. Die Flüchtlinge werden nach Kriterien verteilt, die keiner kennt", äußert sich Burkhard Knutzen kritisch.

Dass die Schubertstraße keine Erstaufnahmestelle ist, darauf verweist auch Sabine Bollacher, die als Projektleiterin vom Regierungspräsidium Freiburg für die Flüchtlingsbetreuung auf der Messe zuständig ist. Alle 130 Flüchtlinge seien mittlerweile registriert und würden nun nach und nach auf die Landkreise aufgeteilt. Doch in welche Gemeinschaftsunterkünfte genau, darauf könne man keinen Einfluss nehmen, das richte sich nach der Quote des jeweiligen Landkreises. So seien von den 250 Flüchtlingen, die noch am 1. Januar in Schwenningen untergebracht waren und mittlerweile registriert sind, 120 nach Böblingen, Biberach, Tuttlingen oder Rastatt gekommen.

Regierungspräsidium will nichts übers Knie brechen

Und Überlegungen, die verbleibenden Personen in die Villinger BEA, die aus Wohnungen und nicht aus Zelten besteht, zu verlegen, habe das Regierungspräsidium zwischenzeitlich zwar angestellt, aber wieder verworfen. Einzig schwangere Flüchtlingsfrauen seien mittlerweile in Villingen untergebracht. "Ein Gebäude ist nicht alles", erklärt Bollacher. Die Zelte auf der Messe seien gut geheizt und sowohl das Essens- als auch das Freizeitangebot durch die Ehrenamtlichen sei um einiges besser. "Wir profitieren von dem großen Gemeinschaftszelt, in dem sich alle sehr wohl fühlen", so die Projektleiterin.

Außerdem müsse sich das Regierungspräsidium alle Optionen offen lassen. Denn auch wenn die Notunterkunft zum 31. März schließt, bestehe der Vertrag mit allen involvierten Firmen noch bis dahin und man wisse nicht, wieviele Flüchtlinge noch kommen. Wie Matthias Henrich, Pressesprecher des Regierungspräsidiums berichtet, soll Ende dieser Woche ein Gespräch in Stuttgart stattfinden: "Wir müssen uns eine Strategie überlegen, aber wir dürfen nichts übers Knie brechen."

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